Donnerstag, 14. April 2011

Neueste Nachrichten - Kurzüberblick

25-Prozent-Ziel: Ex-IWF-Chefökonom zählt Ackermann zu gefährlichsten Bankern (Spiegel)
Scharfe Kritik am Deutsche-Bank-Chef: Der frühere IWF-Chefökonom Simon Johnson hält Josef Ackermann für "einen der gefährlichsten Bankmanager der Welt". Sein berüchtigtes Renditeziel von 25 Prozent ermögliche allein der deutsche Steuerzahler - weil er notfalls für eine Pleite hafte.

Deutsche Bank findet Milliardenschlupfloch in den USA (FTD)

Das Geldhaus baut seine Tochtergesellschaften in den Vereinigten Staaten um. Damit entgeht die Bank einer Aufstockung des Eigenkapitals der Taunus Group. Einem Zeitungsbericht zufolge spart die Bank dadurch fast 20 Mrd. Dollar.

Urteil: Deutsche Bank verliert Zinswette vor Gericht (Manager-Magazin)
Die Deutsche Bank hat einen Streit um riskante Zinswetten vor dem Bundesgerichtshof verloren. Der deutsche Branchenführer muss einem Unternehmen jetzt 540.000 Euro Schadenersatz zahlen. Das Urteil könnte wegweisend für weitere Klagen gegen die Bank und andere Institute sein.

Schweizer Bank Julius Bär zahlt Deutschland 50 Millionen Euro (Stern)
Um strafrechtliche Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung zu beenden hat sich die Schweizer Privatbank Julius Bär mit den deutschen Behörden auf einen Vergleich geeinigt.
TJN-Kommentar: Leider scheint es mittlerweile immer üblicher, dass sich Konzerne und auch einzelne Wohlhabende von einer Strafverfolgung freikaufen können. Das Beispiel Zumwinkel (hier und hier), als auch der Deutschen Bank (hier) unterstreicht diesen Trend. Es könnte sich noch als verheerend erweisen, dass Banker, die an einer systematischen Unterwanderung gesetzlicher Vorschriften gearbeitet haben, auf Dauer ohne Gefängnisstrafen davonkommen.

BayernLB: Wieder was auf dem Konto (SZ)
Die BayernLB kommt mit sich ins Reine - zumindest in der Bilanz. 2010 machte die Bank 590 Millionen Euro Gewinn. Auch 2011 will das Institut einen Gewinn machen - allerdings wohl etwas weniger als zuletzt.

Nachwehen der Finanzkrise: Gegenlobby zur Bankenbranche legt los (FTD)

Rund 30 europäische Verbände und NGOs haben sich in der Lobbygruppe Financewatch zusammengetan. Sie wollen dem Einfluss der Finanzbranche entgegentreten.

Ungerechte Besteuerung: Warum Deutschlands Reiche immer reicher werden (Spiegel)

LinkWer viel Geld hat, beteiligt sich in Deutschland in großem Umfang an der Staatsfinanzierung - allerdings nur, wenn er auch arbeitet. Es gibt einen eklatanten Verstoß gegen die Leistungsgerechtigkeit, meint Christian Rickens: Vermögende werden zu sehr verschont.

Jura-Datenbanken: So verdienen Finanzinvestoren am Verkauf deutscher Urteile (Spiegel)

28 Prozent Umsatzrendite - der Digital-Verlag Juris erzielt unter anderem mit Online-Datenbanken deutscher Rechtsprechung traumhafte Gewinne. Eigentlich gehören die Urteile der Allgemeinheit. Doch ein Vertrag mit dem Bund garantiert Juris exklusive Vorteile.

Gehaltsexzesse in Vorständen: Abkassieren zu Machtpreisen (Spiegel)
Deutschlands Top-Manager kennen bei ihren Gehältern kein Halten: Der Abstand zum Einkommen gewöhnlicher Arbeitnehmer wird immer größer. Mit Marktwirtschaft hat das nichts zu tun. Grund für die Bonusexzesse sind äußerst fragwürdige Machtverhältnisse.

Norderfriedrichskoog: "Steuer-Oase" kämpft gegen Gewerbesteuer (Welt)
Die ehemalige schleswig-holsteinische "Steuer-Oase" Norderfriedrichskoog will eine Erhöhung ihres Gewerbesteuersatzes nicht hinnehmen.

Prozessbeginn: Ex-Vorstand bestreitet Vorwürfe in Siemens-Schmiergeldskandal (FTD)

Mit Thomas Ganswindt steht der ranghöchste Ex-Manager in der Affäre vor Gericht. In dem bereits zum zweiten Mal eröffneten Prozess weist er den Vorwurf der Steuerhinterziehung und der Verletzung der Aufsichtspflicht zurück. Er habe den Kontrollmechanismen im Konzern vertraut.

Ermahnung durch EU fruchtet: Ein Geschenk für die Konzerne (SZ)

Die EU mahnt es seit 2008 an - nun beugt sich der Finanzminister: Konzerne können künftig ihre Verluste leichter mit Gewinnen verrechnen.

Dresden riskiert den Kampf gegen die Heuschrecke (Spiegel)
Marode Bauten, überforderte Sachbearbeiter: Seit ein US-Finanzinvestor den Wohnungskonzern Gagfah übernommen hat, macht die Firma vor allem Negativschlagzeilen. Jetzt hat die Stadt Dresden Klage eingereicht, es geht um bis zu eine Milliarde Euro.

Künftige Bundesbank-Vize: Lautenschläger warnt vor Schattenbanken (Spiegel)
Mahnende Worte vor dem Amtsantritt: Die künftige Bundesbank-Vizepräsidentin Sabine Lautenschläger warnt vor Gefahren durch sogenannte Schattenbanken. Deutsche Großbanken verteidigt sie hingegen.

Deutsche Bundesbank: Zahlstelle für Iran (SZ)
Indien braucht Öl. Iran hat welches. Da die USA die direkte Bezahlung der Lieferungen aus politischen Gründen verhindern, fließt das Geld indirekt über Europa - und die Bundesbank.

Liechtenstein und die Banken: Zeit, dass sich was dreht (SZ)

Liechtenstein, drei Jahre nach Zumwinkel: Regierung und Geldhäuser wollen alles tun, um das Schwarzgeld-Image endlich loszuwerden. Es geht um das Überleben des Finanz-Standorts.

Strauss-Kahn für neue Wirtschaftsdoktrin: "Vom Markt hin zum Staat" (SZ)

Ausgerechnet der Internationale Währungsfonds wendet sich vom Ideal möglichst freier Märkte ab: IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn erklärt liberales Wirtschaftsdenken für antiquiert. Dabei geißelte gerade der IWF stets den Einfluss des Staates.

Wall-Street-Lobbyismus: Republikaner hebeln Obamas Finanzreform aus (Spiegel)
Die große Finanzmarktreform sollte ein zentrales Projekt der Präsidentschaft Barack Obamas werden - aber Republikaner und Lobbyisten bringen das Mammutgesetz mit Tricks Stück für Stück zu Fall. Die Wall-Street-Banker freuen sich und machen wieder Riesenprofite.

«Unsere Wirtschaft würde nachhaltig geschädigt» (NZZ)
Wie Florida dafür lobbiert, eine Steueroase bleiben zu können. Während Schweizer Banken wie die Credit Suisse ihre Private Banker scheinbar fallen lässt, zeigt eine einflussreiche Gruppe ausgerechnet in den USA, wie man für das Beibehalten von Steueroasen werben kann.

Soziale Netzwerke: Mit Facebook auf der Jagd nach Steuersündern (Spiegel)
Auf der Hatz nach Steuerhinterziehern gehen die Behörden in anderen Ländern gern ungewohnte Wege. Italien nutzt jetzt die Datenbestände in sozialen Netzwerken, um Diskrepanzen zwischen Lebensstil und Steuererklärung aufzudecken. Wäre das auch in Deutschland möglich?

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