Mittwoch, 1. Juni 2011

FTD goes TJN

Wir freuen uns über eine Kolumne gestern in der Financial Times Deutschland. Tobias Bayer berichtet in "Fiese Flucht der Konzerne ins Steuerparadies" über einige der Themen TJN's flüssiger und anschaulicher, als es TJN je könnte. Leider verbirgt sich der ganze Artikel hinter einem Bezahlservice, darum können wir hier nur kleine Auszüge bringen.
"Die Staatsdefizite sind nach der Krise enorm gestiegen. Konzerne und Vermögende drücken sich in Jersey oder auf den Kaimaninseln vor der Rechnung. Das sollte nicht geduldet werden.
Das Transportieren von Gütern aller Art von A nach B ist meistens aufwendig und selten lukrativ. Der Rohstoffhändler Glencore scheint da eine Ausnahme zu sein. Nach dem Börsengang Mitte Mai ist klar, dass Vorstandschef Ivan Glasenberg rund 10 Mrd. Dollar schwer ist.
Wie kann das sein? Vielleicht sind solche extremen Summen teilweise einer geschickten Standortpolitik geschuldet. Steuerlicher Sitz Glencores ist das kleine Städtchen Baar im Niedrigsteuerkanton Zug. Rechtlicher Sitz ist seit 14. März die Kanalinsel Jersey, die bekannt ist für Laisser-faire: Klagen von Aktionären dürften dort geringe Chancen haben. Die Finanzierungsgesellschaft Glencore Finance operiert von Luxemburg aus."
Die Freude ist auch deshalb groß, weil die deutsche Tochter FTD im Gegensatz zur britischen Financial Times die Themen von Tax Justice Network bislang geflissentlich übersehen hat. Zwar erwähnt auch dieser Artikel (noch) nicht explizit TJN, dennoch werden neben den Zahlen von TJN's Partnerorganisation Global Financial Integrity sowie Nicholas Shaxson's Buch einige unserer Themen und Politikempfehlungen aufgegriffen. Das ist schließlich die Hauptsache! Wir hoffen jedenfalls, dass dieser Artikel nicht nur eine Eintagsfliege ist, sondern ein kleiner Vorgeschmack auf kommende Annäherung war.

Noch ein Schmanckerl zum Abschluss:
"Mehr Transparenz hilft auf jeden Fall. Konzerne sollten offen-legen, in welchen Ländern und mit je-weils wie vielen Mitarbeitern sie wie viel Umsatz und Gewinn machen. Die internationalen Rechnungslegungs-standards sollten solch eine Auf-schlüsselung vorschreiben. Einfach wird schon das nicht, hat das IASB – das Gremium, das für den Standard IFRS zuständig ist – doch selbst sei-nen Sitz in Delaware."
Viel Spaß beim Lesen (hier klicken) -

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

 
by Zählwerk GbR 2009-2013