Dienstag, 25. Oktober 2011

Schatzinseln: Wie Steueroasen die Demokratie untergraben

Eben in deutscher Sprache erschienen ist das von uns schon angekündigte Buch Nick Shaxson's "Schatzinseln: Wie Steueroasen die Demokratie untergraben".

Nick Shaxson ist Mitarbeiter des internationalen Sekretariats von TJN und er unterhält hier eine eigene Website zum Buch.

Wer schon immer verstehen wollte, warum TJN eigentlich existiert und sich für fundamentale Reformen in den Finanzsystemen einsetzt und dabei viel riskiert, dem sei die Lektüre dieses Buches wärmstens empfohlen.

Pressestimmen

»Dieser beunruhigende Urknall von einem Buch ist eine Chronik der Gebrechlichkeit und Verdorbenheit des Kapitalismus.« (The Guardian)

»Shaxson verbindet akribische Recherche mit amüsanten Anekdoten. Daraus resultieren eine sehr lesbare Beschreibung der düsteren Welt des Offshore und ein eindringlicher moralischer Appell, der zur Änderung des Systems aufruft.« (Financial Times)

Kurzbeschreibung

Der ganze Zweck einer Steueroase besteht darin, den Kunden einen Fluchtweg anzubieten, nämlich weg von jenen Pflichten, die sich daraus ergeben, dass jemand in einer Gesellschaft lebt und von ihr profitiert: Steuern, verantwortungsvolle Finanzmarktregulierung, Erbschaftsgesetze und so weiter. Das ist das Kernstück ihres Geschäfts. Dazu ist eine Steueroase da.

Aus dem Text des herausgebenden Rotpunktverlags:

Desperados der Weltwirtschaft

Steueroasen sind keine exotischen und finsteren Nebenschauplätze der Weltwirtschaft, sie liegen vielmehr mitten in deren Zentrum. Die Hälfte des Welthandels durchfließt eine der Steueroasen, jeder multinationale Konzern bedient sich ihrer regelmäßig. Ihre größten Nutznießer sind nicht Terroristen, Schwarzmarkthändler, Prominente oder Mafiosi – sondern Banken und ihre Großkunden sowie multinationale Konzerne.

Bei Steueroasen geht es nicht nur um Steuern. Es geht um Flucht vor dem Gesetz, Flucht vor Kreditoren, Flucht vor Steuern, Flucht vor ordentlichen Finanzmarktregulierungen – und vor allem Flucht vor demokra­tischer Kontrolle und Verantwortung. Schmutziges Geld, Offshore-Banking und Steueroasen gehören zu den dunkelsten Kapiteln in der Geschichte der Weltwirtschaft. Sie sind entscheidend bei jedem bedeut­samen wirtschaftlichen Ereignis und jedem großen Finanzskandal.

Der britische Journalist Nicholas Shaxson liefert mit diesem Buch eine umfassende Darstellung der Steueroasen dieser Welt und lässt Insider haarsträubende Episoden erzählen. Besonderes Augenmerk legt der Autor auf den Finanzplatz Schweiz, »einer der weltgrößten Aufbewahrungsorte für schmutziges Geld, der 2009 etwa 2,1 Billionen Dollar auf Offshore-Konten beherbergte«.

Es heißt, das Bankgeheimnis sei tot. Die OECD habe eine neue Ära der Transparenz eingeführt.
Ich sage: Falsch! Die OECD betreibt reine Schönfärberei, und viele Journalisten sind auf die Lügen hereingefallen. Wie ich in Schatzinseln aufzeige, ist das Offshore-System so mächtig wie nie zuvor.

Es heißt, Steueroasen seien Vorposten der Freiheit.
Ich sage: Für die Mehrheit der Bürger dieser Welt ist das Gegenteil der Fall. Steueroasen bieten reichen und mächtigen Eliten finanzielle Freiheit, aber dies ist – um Stéphane Hessels Empört euch! zu zitieren – die unkontrollierte Freiheit des Fuchses im Hühnerstall: Freiheit für den Fuchs – keine Freiheit für die Hühner.

Es heißt, Steueroasen seien reiche Länder, folglich sei die Steueroase ein Geschäftsmodell, dem andere Länder folgen sollten.
Ich sage: Richtig, Steueroasen sind in der Regel reicher als andere Länder. Das spricht aber genauso wenig für das Modell Steueroase wie der Reichtum eines korrupten Diktators und seiner Spießgesellen ein Beweis dafür ist, dass Diktaturen eine gute Sache seien.

Über den Autor


Nicholas Shaxson, geboren 1966 in Malawi, lebt in Zürich. Der britische Journalist schreibt u. a. für Financial Times, Reuters und BBC und ist Autor von Poisoned Wells. The Dirty Politics of African Oil (2007). Shaxson schreibt und recherchiert außerdem für das Tax Justice Network und ist Associate Fellow beim Think-Tank Chatham House in London.

Bekanntmachung: Der Autor dieses Blogs arbeitet mit Nick Shaxson im internationalen Sekretariat des Tax Justice Network und könnte deshalb dem Buch gegenüber nicht unvoreingenommen sein. Sowohl Nick Shaxson als auch ein weiterer Kollege im internationalen Sekretariat, Direktor John Christensen, profitieren finanziell vom Verkauf des Buchs.

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