Donnerstag, 17. November 2011

Schweizer Bankgeheimnis - Ruedi Elmer wieder vor Gericht

Ruedi Elmer, Hinweisgeber (oder whistleblower) einer Schweizer Bank, ist heute wieder vor Gericht unter Anklage des angeblichen Bruchs des Bankgeheimnisses (siehe hier, hier, hier, hier und hier für frühere Blogs über Elmer's Geschichte).

Mehr als 6 Monate lang, seit Januar diesen Jahres, wird Elmer ohne Beweise im Gefängnis festgehalten. Seit er am 17. Januar unter großem medialen Interesse CDs an Julian Assange von Wikileaks übergeben hat, ist bekannt geworden dass diese leer waren. Reuters hat am 11. Juli berichtet:
"Jack Blum, ein US-Anwalt und ehemaliger Kongress-Ermittler, der Elmer und andere Offshore-whistleblower vertreten hat, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass auch seiner Kenntnis nach "nichts" auf den Discs war.

Blum sagte, es sei "völlig inakzeptabel", dass die Schweizer Behörden Elmer ohne Anklage oder Prozess für mehr als sechs Monate festzuhalten. "An zivilisierten Orten halten Sie keine Menschen ohne Beweise und ohne Anklage fest", sagte Blum.

Blum sagte, dass die jüngsten Daten von Julius Bär, auf die Elmer Zugriff gehabt haben könnte, aus dem Jahr 2002 stammen und sie aus den Cayman Islands kamen, nicht aus der Schweiz."
(Jack Blum ist auch Berater von TJN)

Wie wir ausgeführt haben, haben die Schweizer Behörden natürlich nicht die gigantischen Verbrechen untersucht, die Elmer Berichten zufolge aufgedeckt hat - stattdessen konzentrieren sie ihre investigativen Fähigkeiten auf die kleine Frage, wie die belastenden Bankdaten verwendet wurden.

Elmer wird von einigen Seiten, vor allem in der Schweiz, als ein verärgerter ehemaliger Mitarbeiter auf Rachefeldzug gebrandmarkt. Dies ist das klassische Verhalten einer korrumpierten Verdunkelungsoase: Greif den Boten an, um von der unangenehmen Botschaft abzulenken.

Die Wahrheit über die dunkle Schattenseite des Private-Banking auszusprechen hat einen so erschreckenden Preis, dass es schwer fällt zu glauben, jemand würde sich auf den Weg Elmers aus bloßer Laune begeben. Wir glauben, dass seine ultimative Motivation Ekel und Empörung über die Straflosigkeit einer Elite war, die schmutzige, illegale Geschäfte hinter einem Schleier der Geheimhaltung mit einem Anstrich von Perfektion betreibt. Das Kapitel "The Life Offshore - der menschliche Faktor" in Nick Shaxson Buch "Schatzinseln" hilft den Druck besser zu verstehen, dem solche Informanten ausgesetzt sind. Elmer erzählt seine eigene Geschichte auf seiner Website, wo er sich als Bankier, Opfer, Hinweisgeber, Kritiker der Kreditwirtschaft und Bürgerrechtler beschreibt.

Durch ihre Handlungen im Fall Ruedi Elmers zeigen die Schweizer Behörden dass trotz aller Routine-Behauptungen der Kooperation und Transparenz (die absolut lächerlich sind), das Bankensystem mit seiner Macht und Kraft seinen Geheimhaltungskunden zeigt, dass das "business as usual" weitergeht. Ruedi Elmer ist ein Pionier in dieser Hinsicht. Andere könnten folgen. (dieser Blog ist frei aus dem Englischen übersetzt).

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