Freitag, 20. Januar 2012

Neueste Nachrichten - Kurzüberblick

Gewerkschaften: DGB, Verdi stellen Bundesregierung vernichtendes Zeugnis aus (Handelsblatt)
Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds Sommer und sein Kollege von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Bsirske, lassen kein gutes Haar an der Bundesregierung. Die Liste der Fehleinscheidungen sei lang.

Rechnungshof hält Steuerprüfer für schlampig (FTD)
Der Bundesrechnungshof kritisiert die Passivität des Bundeszentralamts für Steuern. Die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern funktioniere nicht - Erfolge kämen allenfalls durch Zufall zustande

Transparenz gegen Lobby-Vorwürfe: Wirtschaftsforscher legen ihre Konten offen (SZ)
Sind die Ökonomen Schuld an der Finanzkrise? Ihnen wurde vorgeworfen, Lobbyismus statt unabhängiger Forschung zu betreiben, weil sie oft auch bei Wall-Street-Firmen auf der Gehaltsliste stehen. Ein renommierter Ökonomen-Verband verpflichtet jetzt seine Mitglieder, sämtliche Geldgeber offenzulegen.

Börsensteuer: Attac applaudiert Merkel (FR)
Das globalisierungskritische Netzwerk Attac reagiert begeistert auf die Ankündigung von Bundeskanzlerin Merkel, sich für eine Finanzsteuer auch allein in der Euro-Zone einzusetzen. „Das ist ein großer Fortschritt“, sagte Attac-Experte Detlev von Larcher.

Börsensteuer hat in deutscher Finanzwelt keine Freunde (Reuters)
In der deutschen Finanzbranche regt sich massiver Widerstand gegen die inzwischen wieder intensiver diskutierte Finanztransaktionssteuer.
TJN-Kommentar: bemerkenswert in diesem Artikel sind die Blüten, die die Panikmache treibt. Dass auf einen normalen Riester-Fondssparer 14.000€ zukommen würden - es wäre schön die Berechnungsgrundlage dafür einmal zu sehen. Es sind doch gerade die nicht langfristig agierenden Investmentgeschäfte, sondern die spekulativen Eigengeschäfte der Banken, welche von der Steuer am meisten getroffen werden.

"Rubik" bereitet immer mehr Kopfzerbrechen (SwissInfo)

Die Steuerabkommen, welche die Schweiz mit Grossbritannien und Deutschland unterzeichnet hat, hängen an einem dünnen Faden. Auch in der Schweiz kommen Zweifel auf. Das Modell "Rubik" ist jedoch noch lange nicht gestorben.

Der Angriff auf die Nationalbank: «Eine brutale Kampagne» (WOZ)
"Wenn es um das Tolerieren der Steuerhinterziehung und um die Förderung der Steueroase Schweiz geht, bemüht diese Partei höchste Freiheitswerte wie den Schutz der Privatsphäre. Gleichzeitig wird im Sozialversicherungsbereich mit einer erbarmungslosen Nulltoleranzpropaganda gegen sogenannte Sozialschmarotzer vorgegangen."

Treuhänder fühlen sich nicht ernst genommen (NZZ)
Verschwindet der liechtensteinische Treuhandsektor? Die Antworten auf diese Frage fallen derzeit recht unterschiedlich aus. Optimisten sehen trotz Steuerabkommen und Regulierungen durchaus Chancen für neue Geschäftsfelder nach dem Wegbrechen des bisherigen Massengeschäftes mit Stiftungen, Trusts und anderen Vehikeln des traditionellen liechtensteinischen Treuhandwesens. Allerdings überwiegen momentan die pessimistischen Einschätzungen.
TJN-Kommentar: Ein Auszug aus dem Artikel: "Als «Kastration einer Steueroase» bezeichnet einer der Doyen des Treuhandwesens, Walter Matt, die von der Regierung abgeschlossenen OECD-konformen Steuerabkommen, die letztlich zum Niedergang des liechtensteinischen Treuhandsektors führen würden." - selten hört man jemanden sich selbst als Steueroase bezeichnen. Meistens sind es bei diesem Begriff doch nur alle anderen. Auch kreativ (oder verstörend?) der Vergleich toxischer Finanzprodukte mit sexueller Potenz...

Steuerflucht kostet Afrika jährlich Milliarden (Pressetext)

Tax Justice Network fordert Mobilisierung der inneren Ressourcen. Im globalen Wettbewerb verliert Afrika weiter an Terrain, weil Ressourcenabfluss und Steuerflucht den Fortschritt der Länder am schwarzen Kontinent behindern. Ja sogar von einer Gefährdung der demokratischen Entwicklung spricht der Vorsitzende des Tax Justice Network Africa, Dereje Alemayehu, gegenüber pressetext.

Steueroasen kosten mehr, als sie bringen (Wirtschaftsblatt)

Auf den Cayman Islands sind 280.000 Firmen registriert, gleichzeitig leben nur 52.000 Menschen dort. Die British Virgin Islands wiederum sind größter Bananenlieferant Europas, Bananenbauern gibt es dort aber nicht. Und der weltweit zweitgrößte Bierbrauer SABMiller zahlt in Ghana dank Herumjonglierens von Gewinnen und Verlusten im Konzern weniger Steuern als ein kleiner Kiosk.

"Steuern befördern die Demokratie" (Wiener Zeitung)
Steuern schaffen Demokratie. Oder sie sind zumindest entscheidend für eine demokratische Entwicklung, wie es sich in Entwicklungsländern zeigt. "Je stärker Regierungen von Steuern abhängig sind, desto mehr sind sie ihrer Bevölkerung Rechenschaft schuldig", sagt Dereje Alemayehu, der Vorsitzende des in Kenia beheimateten Tax Justice Network Africa.

Steuerhinterziehung: Italiener betrügen Staat um 120 Milliarden Euro im Jahr (Spiegel)
Die Regierung in Rom streicht im Kampf gegen die gigantische Staatsverschuldung die Ausgaben zusammen. Gleichzeitig entgehen Italien gewaltige Einnahmen: Laut einem Zeitungsbericht hinterziehen die Bürger schätzungsweise knapp 120 Milliarden Euro Steuern im Jahr.

Euro-Krise: Letzte Zuflucht Singapur (manager-magazin)

Martin Lechner (42) steht auf der Plattform des "Marina Bay Sands" in Singapur und blickt auf die Bankentürme des Finanzbezirks. Dort hat er sein Büro, seit er im August aus der Schweiz in die asiatische Finanzmetropole umgezogen ist - zusammen mit den mehr als 600 Millionen Euro, die einige sehr wohlhabende Klienten aus Deutschland und Russland ihm anvertraut haben.

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