Dienstag, 28. Februar 2012

Schweizer Banker fordert Automatischen Informationsaustausch

Der Schweizer Tagesanzeiger berichtete heute:
"Als erster Chef einer grossen Bank spricht sich Raiffeisen-CEO Pierin Vincenz dafür aus, mit der EU Verhandlungen über einen automatischen Datenaustausch aufzunehmen. Zudem müsste in der Schweiz schwere Steuerhinterziehung härter bestraft werden und die Diskussion darüber beginnen, was dies für die Einsicht in die Kundendaten bedeute. Bisher war aus Bankenkreisen unisono von einer Abgeltungssteuer und dem Festhalten am Bankgeheimnis im Inland die Rede. Vinczenz: 'Tabus darf es keine geben. Mit den USA wird es ja sowieso zu einer Art freien Datenaustauschs kommen. Wenn die Amerikaner Tausende von Kundendaten bekommen, wollen das die Europäer auch.'"
Es ist immer wieder ermutigend zu sehen, wenn Einzelne gegen den Gruppendruck ihrer KollegInnen aufstehen, und Wahrheit aussprechen (siehe z.B. hier geschehen im Falle Liechtensteins). Die US-Initiative FATCA wird den automatischen Austausch mit Schweizer Banken sowieso einführen. Wenn nun viele Länder ihr eigenes FATCA entwickeln, würde das für die Banken sehr teuer. Außerdem spricht sich herum, dass die Schweizer Abgeltungssteuerlösung nicht verallgemeinerbar ist, denn bei mehr als 5 oder 7 Vertragspartnern würden die Umsetzungskosten für die Banken zu hoch, weil jedes Abkommen ganz besondere, auf das Steuersystem des Partnerlandes abgestimmte Definitionen und Computersysteme erforderlich machen würde. Im Gegensatz dazu würde der automatische Informationsaustausch gemäß der erweiterten Zinsrichtlinie ein einheitliches Computersystem erlauben.

Herrn Vincenz, herzlichen Dank für Ihren Mut und Beitrag und alles Gute - damit machen Sie sich sicherlich nicht sonderlich beliebt bei Ihren Kollegen in der Schweiz.

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