Mittwoch, 18. April 2012

USA räumen auf - Deutschland isoliert sich zunehmend als Steueroase

Freudige Neuigkeiten erreichen uns aus den USA. Gestern wurde dort die vielleicht wichtigste Entscheidung im Kampf für Finanztransparenz im laufenden Jahr getroffen. Die US-Steuerbehörde und das US-Finanzministerium haben ihre neuen Berichtspflichten für Zinserträge von Nicht-US-Ansässigen bei US-Finanzinsituten verabschiedet. Mit seinem Versuch solche Regulierungen einzuführen scheiterte schon Ex-US Präsident Clinton am erbitterten Widerstand der Steueroasenlobby rund um das Center for Freedom and Prosperity. Nun ist dieser Durchbruch geschafft. Die geschätzten 3000 Milliarden US$ an Finanzanlagen in den USA könnten nun bald tatsächlich im Heimatort ihrer Eigentümer versteuert werden.

Bloomberg berichtet:
"The Internal Revenue Service and the Treasury Department released final rules today requiring U.S. banks to report interest payments made to nonresident aliens.

The regulations will apply to payments starting in 2013 and are part of the government’s efforts to work with other countries on tax evasion.

“A jurisdiction’s willingness to share information with the IRS to combat offshore tax evasion by U.S. taxpayers depends, in large part, on the ability of the IRS to exchange information that will assist that jurisdiction in combating offshore tax evasion by its own residents,” the regulations say."
Das sind bahnbrechende Neuigkeiten. Die Isolation Deutschlands - mit seinem Liebäugeln mit einer anonymen Abgeltungssteuer mit der Schweiz, und dem Festhalten an einer internen anonymen Abgeltungssteuer - wird dadurch offensichtlicher. Wie wir hier berichtet haben und hier erklärt wird, fungieren deutsche Bankkonten dank mangelnder Berichtspflichten als Steuerhinterziehungsvehikel für ausländische Finanzinvestoren. Deutschland ist in dieser Hinsicht Steueroase für Ausländer - Leidtragende sind sicherlich viele Entwicklungsländer.

Es ist zu erwarten, dass sich die USA durch diese Gesetzesnovelle im nächsten Schattenfinanzindex verbessern können (bisher auf Platz 5), während Deutschland Gefahr läuft, seinen unrühmlichen 9. Platz noch weiter an die Spitze der größten Steueroasen zu verschlechtern. Doch auch in den USA regt sicher schon neuer Widerstand gegen die neuen Berichtspflichten - Details dazu hier. Es bleibt spannend.

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