Dienstag, 4. Dezember 2012

Neueste Nachrichten - Kurzüberblick

Steuern: Steuerparadiese mitten in Europa (Wirtschaftswoche)
Euro-Pleitekandidat Zypern muss sich heftige Kritik aufgrund seines laschen Steuersystems gefallen lassen. Doch der Inselstaat ist keine Ausnahme. Auch mitten in Europa wird versucht, den Fiskus kurzzuhalten.

Steuerabkommen mit der Schweiz: Krach um Schwarzgeld-Buße für Credit Suisse (Handelsblatt)
Vor mehr als einem Jahr einigte sich die Credit Suisse mit der Staatsanwaltschaft Düsseldorf auf eine Millionen-Geldbuße. Erst jetzt wird der Beschluss veröffentlicht. Der enthält brisante Details.

Vorwurf der Steuerhinterziehung: Schlag gegen die Hypo-Vereinsbank (SZ)
In Deutschland gibt es kaum noch eine Großbank, die nicht Ärger mit der Justiz hat - jetzt trifft es auch die Hypo-Vereinsbank. Mehr als 60 Fahnder haben bei einer Razzia die Münchner Zentrale und weitere Objekte in Deutschland durchsucht. Der Vorwurf: Steuerhinterziehung in großem Stil. Auch andere Institute könnten nach demselben Modell betrogen haben.

Unter Druck des Haushaltsausschusses: Briten greifen sich Steuerflucht-Unternehmen (FAZ)
Starbucks lenkt ein: Der Kaffeekonzern „überarbeitet“ seine Steuerkonstruktion. Doch der britische Haushaltsausschuss knöpft sich noch weitere Unternehmen vor. Auch das Verhalten von Google und Amazon sei unfair.

Deutsche Kunden bei Schweizer Bank UBS: Daten von Steuer-CD enthüllen Milliarden-Betrug (SZ)
Fast drei Milliarden Euro legten deutsche Kunden bei der Schweizer Bank UBS an - ohne einen Cent Steuern zu zahlen. Die Auswertung einer Steuer-CD, die die Staatsanwaltschaft Bochum gekauft hat, offenbart massiven Betrug und widerlegt ein Argument der Kritiker solcher Geschäfte.

Vorausschauen heisst noch lange nicht kapitulieren (NZZ)
Der automatische Informationsaustausch zwischen den Steuerbehörden wird zum OECD-Standard – und die Schweiz wird sich fügen müssen. Die Schweiz sollte sich darauf vorbereiten und aktiv Bedingungen formulieren.

Steuerabkommen mit der Schweiz: Zwang zur Einigung (SZ)
Die Schweizer verstehen nicht, warum deutsche Grüne und Sozialdemokraten gegen Geldgeschenke sind - und das Steuerabkommen an diesem Freitag im Bundesrat kippen wollen. Ihr Bankgeheimnis wird trotzdem früher oder später fallen.

Kein Deal mit der Schweiz (taz)
Das ist wirklich eine gute Nachricht: SPD und Grüne haben das Steuerabkommen mit der Schweiz zu Fall gebracht. Sie haben dem gewaltigen Druck aus der Schweiz widerstanden. Sie haben sich nicht von den unrealistischen Einnahmeversprechen blenden lassen. Und sie sind auch nicht schwach geworden, als Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sie mit zusätzlichem Geld ködern wollte.

Nach abgelehntem Steuerabkommen: Schweizer Banken wollen Ehrlichkeit erzwingen (FAZ)
Der Bundesrat hat das Steuerabkommen mit der Schweiz abgelehnt. Deutschen Steuerhinterziehern droht nun die Wahl: Sie können sich selbst anzeigen oder ihr Konto wird geschlossen.
TJN-Kommentar: Ob sich diese Meldung als Ente erweist steht noch in der Sternen - es scheint eher unwahrscheinlich, dass Schweizer Banken geschlossen alle Schwarzgeldkonten jener Nation schließen werden, die doch Hauptquelle des Schwarzgeldes in der Schweiz ist.

Steuermilliarde aus der Schweiz schmilzt dahin (Die Presse)
Erst ab August 2013 fließen in monatlichen Tranchen die Millionen aus dem Steuerabkommen mit der Schweiz. Auf eine Milliarde Euro werden sie sich im Budget 2013 aber nicht wie veranschlagt summieren.

Ungereimtheiten im Fall Mollath: Deckname "Monster" (SZ)
Im Fall Mollath geraten Staatsanwaltschaft und Bayerns Justizministerin Merk immer stärker in Erklärungsnot: Gustl Mollath hatte vor seiner Unterbringung in der Psychiatrie zahlreiche Hinweise zu Schwarzgeldtransfers bei der Hypo-Vereinsbank gegeben, doch die Justiz lehnte Ermittlungen ab. Zu Unrecht - wie ein Gutachten besagt, das der "Süddeutschen Zeitung" vorliegt.

Fall Mollath: Das Schweigen der Banker (SZ)
Kein Gericht und kein Gutachter glaubte Gustl Mollaths Berichten über Schwarzgeldgeschäfte von HVB-Mitarbeitern. Er landete in der Psychiatrie. Die Hypo-Vereinsbank wusste seit Jahren, dass viele Geschichten von Mollath stimmen - und tut bis heute so, als ginge sie das alles nichts an. Eine Spurensuche.

Amazon: Billig um jeden Preis (Handelsblatt)
Tägliche Kündigungsfristen, kurze Pausen, Leiharbeit: Der Händler Amazon geht nicht zimperlich mit seinen Mitarbeitern um, vor allem in arbeitsreichen Wochen wie der Weihnachtszeit. Nun bekommt der Konzern Gegenwind.
TJN-Kommentar: Für die steuerliche Seite Amazon's siehe auch hier.

Entwicklungspolitik: Wie Deutschland an den Armen verdient (Handelsblatt)
Der Bundestag beschließt den Etat für Entwicklungshilfe für 2013. Das Geld reiche nicht, sagt ein Experte. Denn die Mittel würden längst nicht mehr nur zur Bekämpfung der Armut genutzt – sondern zur Handelsförderung.

Top-Ökonom Snower zweifelt an seiner Wissenschaft (Welt)
Den Präsidenten des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Dennis Snower, treiben Sorgen um: "Ich zweifle an den Grundlagen meiner Disziplin, unserer Wissenschaft ist tatsächlich Quatsch"

Mafia: "Deutschland ist die zweite Heimat der 'Ndrangheta" (Spiegel)
Ihr Vater wurde von der Mafia hingerichtet, seitdem kämpft Sonia Alfano gegen das organisierte Verbrechen. Im Interview warnt die Vorsitzende der EU-Anti-Mafia-Kommission vor der kalabrischen 'Ndrangheta in Deutschland, die sich unbehelligt in der Gesellschaft eingenistet habe.

Festnahme in New York: Ermittlungen wegen Insiderhandels führen zu Wall-Street-Milliardär (SZ)
"Lukrativster Tipp aller Zeiten": Ein Finanzmanager wurde in New York festgenommen. Er soll mit unerlaubten Insidergeschäften 276 Millionen Dollar Gewinn gemacht haben. Die Behörden prüfen nun, was Steve Cohen wusste, einer der mächtigsten Männer der Wall Street und weltbekannter Kunstsammler.

Gehaltsvergleich: Anwälte verdienen inzwischen besser als Banker (FTD)
Banker haben in den vergangenen drei Jahren deutliche Einkommenseinbußen hinnehmen müssen. Bestverdiener sind nun Rechtsanwälte. 2013 zeichnet sich aber auch ein Plus für viele andere Berufsgruppen ab.

Top 20: Deutschlands größte Firmen in Familienhand (Handelsblatt)
Sie bauen Autos, handeln mit Öl oder Medikamenten. Mit ihrem Namen verbinden sich alte Traditionen. Im Ranking zeigen wir Deutschlands große Unternehmen, bei denen die Gründerfamilien noch eine wichtige Rolle spielen.

EU-Kommissar: Österreich begünstigt Steuerhinterziehung (Standard)
Österreich und Luxemburg blockieren laut Semeta die Bemühungen für mehr Transparenz und Kontrolle.

Schlechte Kommunikation: Steuerrazzia erzürnt UBS-Kunden (Handelsblatt)
Nach Razzien bei deutschen Kunden der Schweizer Bank UBS richtet sich der Zorn vieler gegen die schlechte Vorbereitung und Kommunikation der Bank. Insider sprechen von überforderten Beratern und fehlenden Notfallplänen.
TJN-Kommentar: Surprise,surprise, Liechtensteiner Stiftungen hielten die Konten bei Schweizer Banken: "UBS-Kunden, die nun Besuch von der Steuerfahndung bekommen haben, besitzen tatsächlich eine Liechtensteiner Stiftung, deren Konto bei UBS läuft. Durch die Zwischenschaltung eines Treuhänders sollte vermieden werden, dass der wirtschaftlich Berechtigte des Geldes entdeckt werden kann."
  
"Fairphone" - das erste faire Smartphone
Garantiert frei von Ausbeutung, Umweltsünden und Kriegstreiberei: die gemeinnützige "Waag Society" bastelt in den Niederlanden an dem ersten fairen Smartphone der Welt.

Nach Präsidentschaftswahl: Amerikas Banker fürchten die Rache Obamas (Spiegel)
Knapp 20 Millionen Dollar haben sie Mitt Romney gespendet, nun rechnen sie mit dem Schlimmsten. Die Spekulanten der Wall Street fürchten nach Obamas Wahlsieg strengere Regeln und höhere Steuern. Allzu große Sorgen müssen sie sich jedoch nicht machen.

Finanzkrise: Gauck warnt Wirtschaft vor ungezügelter Gier (Handelsblatt)
Deutliche Worte von Bundespräsident Gauck in Richtung Wirtschaft: Nicht nur Geld, auch soziale Werte stünden auf dem globalen Marktplatz zur Disposition. „Schwarze Zahlen sind kein Grund, rote Linien zu überschreiten.“

Steuerhinterziehung So viel Ärger für so wenig Zinsen (SZ)
Steuerflüchtlinge wie Modemann Eickhoff leben gefährlich. Sie wissen, dass ihre Taten verboten sind, sie haben Angst, erwischt zu werden. Und in den meisten Fällen lohnt sich das nervige Hinterziehen nicht einmal. Warum also machen sie keine Selbstanzeige beim Finanzamt? Versuch einer Erklärung.

Steuern: Wie sicher Schwarzgelder in der Schweiz sind (Handelsblatt)
Deutsche Fahnder machen wieder Jagd auf Steuersünder. Doch Insider bestätigen, dass die anonymen Geldanlageformen in der Schweiz auch heute noch kaum auffindbar sind. Können sich Hinterzieher wirklich sicher fühlen?

Stiftungen in Liechtenstein: Erinnerungslücken bei Robert Tönnies (WiWo)
Vor drei Wochen durchsuchte die Steuerfahndung den Fleischriesen Tönnies. Eine Spur nach Liechtenstein wird immer mysteriöser.

Erstaunlicher Vorstoß des Bundestagspräsidenten: Norbert Lammert bringt eigenes Positionspapier zur Verschärfung der Abgeordnetenbestechung ein (TI Deutschland)
Die Antikorruptionsorganisation Transparency International Deutschland e.V. begrüßt den Schritt des Bundestagspräsidenten Norbert Lammert, ein eigenes Positionspapier zur Verschärfung der Abgeordnetenbestechung vorzulegen. Laut Berichten der Financial Times Deutschland hat sich Norbert Lammert in einem Schreiben an die Parlamentarischen Geschäftsführer der Bundestagsfraktionen gewandt.

Verdacht auf Steuerhinterziehung durch UBS: Eine Kaskade von Konten (SZ)
Die Schweizer Großbank UBS soll deutschen Kunden bei der Steuerhinterziehung geholfen haben - über mehrere Jahre hinweg. Der weltgrößte Vermögensverwalter bestreitet das. Aber Politiker sehen schon den Todesstoß für das geplante Steuerabkommen mit der Schweiz.

Geldwäsche-Vorwürfe: HSBC legt viel Geld für Strafzahlungen zurück (Handelsblatt)
Im Kampf gegen Geldwäsche in Mexiko soll die HSBC mit den Auflagen geschludert haben. Dafür drohen der Großbank Strafzahlungen. Die notwendigen Rückstellungen drücken den jüngsten Quartalsgewinn.

Steuerschätzungen im Vergleich: Krise kostet Deutschland halbe Billion Euro an Steuern (SZ)
Die Regierung freut sich über Rekord-Steuereinnahmen. Fast sieht es so aus, als hätten die Krisenjahre in den öffentlichen Kassen der Bundesrepublik gar keine Spuren hinterlassen. Doch das ist ein gewaltiger Trugschluss: Tatsächlich verliert der Staat durch die Krisen seit 2008 binnen zehn Jahren 500 Milliarden Euro.

"Steuerbetrüger sind nirgends sicher" (Welt)
Liechtensteins Regierungschef Klaus Tschütscher kämpft gegen das Image seines Landes als Steueroase. Er will einen Neuanfang. Doch auch Deutschland müsse sich ändern und weniger emotional handeln

Dolce & Gabbana: Steuerhinterziehung! Star-Designern drohen 5 Jahre Knast (Bild)
Das Designer-Duo Domenico Dolce (54) und Stefano Gabbana (49) muss sich ab ?3. Dezember vor Gericht verantworten. „Dolce & Gabbana“ wird Steuerhinterziehung vorgeworfen – in Höhe von 840 Millionen Euro! Um Steuern zu sparen, sollen die beiden Italiener Scheinfirmen in Luxemburg gegründet haben.

Goldman Sachs, JP Morgan und Co.: Rohstoffhandel bleibt fest im Griff der Spekulanten (Handelsblatt)
Großbanken wir Goldman Sachs oder JP Morgan sind massiv in den Handel mit Grundgütern eingestiegen. Trotz der hohen Profite denken offenbar manche nun an einen Rückzug. Doch die Rohstoff-Spekulation wird weitergehen.

Hedgefonds und Co.: Schattenbanken breiten sich im Finanzsystem aus (Spiegel)
Sie können Finanzkrisen beschleunigen oder sogar auslösen: Hedgefonds und Zweckgesellschaften gelten als Risiko für das globale Geldsystem. 2011 setzten die sogenannten Schattenbanken 67 Billionen Dollar um - ein Plus von fünf Billionen Dollar. Damit sorgten sie für ein Viertel aller Transaktionen.

Handel mit CDS-Kontrakten: Ab sofort verboten: Massenvernichtungswaffen (FTD)
In der EU sind ungedeckte Geschäfte mit Kreditderivaten auf Staaten nun untersagt. Doch spekulative Anleger arbeiten bereits an Alternativen - und die drohen vor allem Banken zu treffen.

Schuldenkrise in Europa: Griechische Steuerflüchtlinge müssen sich erklären (SZ)
Kurz vor dem Treffen der Euro-Finanzminister bemüht sich Griechenland nochmals um die Aufbesserung der Finanzen: Bürger sollen Überweisungen ins Ausland offenlegen, Ministerien und Staatsbetrieben droht eine automatische Ausgabenbremse. Neue Daten zeigen, dass das Land auf gutem Weg ist.

Schuldenkrise: Griechenland schont seine Reichen (Spiegel)
Arme und Normalverdiener leiden unter immer neuen Einschnitten, doch Griechenlands Ärzte und Anwälte hinterziehen in großem Stil Steuern, Reeder kommen sogar ganz legal darum herum. Ein Journalist, der die Namen mutmaßlicher Steuersünder veröffentlicht, wird verhaftet. Wie kann das sein?

Griechenland: Steuersünder-Liste versinkt im Athener Sumpf (FTD)
Vor zwei Jahren überreichte Christine Lagarde dem griechischen Finanzminister eine Liste mit möglichen Steuerhinterziehern. Jetzt wird diese Liste im griechischen Magazin "Hot Doc" veröffentlicht. Als erstes landet dessen Chefredakteur vor Gericht - und wird freigesprochen.

Top-Ökonomen: Jeffrey Sachs - Vom Tellerwäscher zum Tellerwäscher (FTD)
Zu Unrecht gelten die USA als Land der unbegrenzten Möglichkeiten für alle. Tatsächlich sorgt die dortige Politik dafür, dass Arme auch arm bleiben - anders als in vielen anderen Industriestaaten.

Preet Bharara: Der Jäger der Wall Street (manager-magazin)
Vor ihm fürchtet sich die Hochfinanz: Der New Yorker Staatsanwalt Preet Bharara führt unter dem Motto "Gier ist manchmal nicht gesund" einen medienwirksamen Feldzug gegen Investmentbanker. Von Mathew Martoma bis Ray Rajaratnam: Seine spektakulärsten Anklagen.

Konjunktur für Schwarzgeldkonten (Standard)
Schwarzgeldkonten und Steuerflucht: Ins Visier geraten nun ausgerechnet das EU-Vorsitzland Zypern und einmal mehr die Schweiz.

Wie aus der Steueroase ein Sanierungsfall wurde (Welt)
Russisches Geld und niedrige Steuern haben über Jahre einen Boom in Zypern befeuert. Jetzt stecken die Banken in der Krise – und die Finanzlage dürfte dramatischer sein, als die Regierung zugibt.

Cyprus bail-out doubts over Russian money laundering (Telegraph)
Politicians across Europe are urging their governments to demand a crackdown on alleged Russian money-laundering in Cyprus as a condition of any bail-out for the troubled eurozone member. 

Make corporate tax rules fair for all (FT)
It is time for a new approach to international tax. Multinationals ranging from General Electric in the US, Amazon in France and Starbucks in the UK are being attacked for tax avoidance. Separately, in recent hearings, UK members of parliament pilloried various companies for using tax havens, for “manipulating” their accounts to cut their tax bills and for engaging in “immoral” activity. MPs peppered their questions with phrases such as “it beggars belief” and “I don’t know what you take us for.”

TARGET2 as a scapegoat for German errors (Vox)
A systemic Eurozone breakup would be the mother of all financial crises. This column – a rejoinder to Hans-Werner Sinn’s recent column – agrees that Germany would lose massively from a breakup, but argues that the ultimate source is the €600 billion current account surpluses it ran with other EZ nations during the good years, not the TARGET2 system. German banks lent vast amounts to peripheral countries without doing a proper credit analysis. No-one other than Germany itself is responsible for taking on these risks.

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