Freitag, 31. August 2012

SEC verabschiedet Transparenzregeln für die Rohstoffindustrie – nun muss die EU folgen

Am 22. August 2012 hat die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC die lange erwarteten Regeln für mehr Transparenz im Rohstoffsektor verabschiedet (wir berichteten). Damit hat sie eine Vorlage für die parallel in der EU stattfindenden Prozesse geliefert, die bis Ende des Jahres ähnliche Regelungen für europäische Unternehmen liefern sollen.

Seit Ende 2011 wird auf europäischer Ebene über zwei neue Richtlinien verhandelt, die große Firmen im Rohstoff- und Forstsektor dazu verpflichten würden, ihre Zahlungen an öffentliche Stellen weltweit offenzulegen. Damit könnte ein wichtiger Beitrag zur Bekämpfung von Korruption, Misswirtschaft, Steuervermeidung geleistet werden und der damit einhergehenden Verletzung von Menschenrechten.  Am 18. September kommt es zu einer entscheidenden Abstimmung im Rechtsausschuss des EU-Parlaments. Dann können die Parlamentarier die notwendigen Weichen stellen, um nicht hinter den US-Regeln zurück zu bleiben.

Leider spielt gerade die deutsche Regierung keine besonders progressive Rolle in diesem Prozess und stellt den Schutz wirtschaftlicher Interessen einiger weniger Unternehmen über den Schutz vieler Millionen Menschen in Ländern des globalen Südens. Dabei wird immer wieder argumentiert, europäische Unternehmen dürften keine Wettbewerbsnachteile gegenüber anderen global agierenden Akteuren erleiden. Die weitreichenden Beschlüsse in den USA führen diese Befürchtung ad absurdum, denn viele der größten Bergbauunternehmen der Welt sind an Börsen in den USA gelistet und unterliegen damit den neuen Regeln.

Inhaltlich gehen die SEC-Regeln an vielen Stellen über das hinaus, was in Europa kompromissfähig erscheint.  Die maßgeblichen Akteure in EU-Parlament und Ministerrat sollten sich ein Beispiel daran nehmen und sich nicht von vorgeschobenen Argumenten der Wirtschafts-Lobby verunsichern lassen.

  • Einer der Hauptstreitpunkte innerhalb der EU sind etwaige Ausnahmen von den Offenlegungspflichten. Die SEC hat hier eindeutig Stellung bezogen: Es wird in den USA keine Ausnahmen geben. Weder wegen etwaiger gesetzlicher Regelungen in Drittländern, vertraglicher Vereinbarungen, noch durch die Anwendung anderer Offenlegungsregeln wie z.B. der freiwilligen EITI Initiative.
  • Die Höhe der Zahlungen, ab der Zahlungen an Registrierungsstellen offenzulegen sind, ist ein weiterer heiß umkämpfter Punkt. Die SEC hat nun entschieden, alle Zahlungen über 100.000 US-Dollar berichten zu lassen. Im Rat der EU werden im Moment Materialitätsschwellen von einer halben Million Euro angedacht, was viele der im regionalen Kontext wichtigen Zahlungen an lokale Behörden ausklammern würde.
  • Die Berichtsebene ist ein weiterer wichtiger Aspekt der Offenlegungspflichten. Es geht darum, auf welcher Ebene Zahlen aggregiert werden: Auf Länderebene, nach Empfängerstelle oder nach Projekt, in dessen Rahmen eine Zahlung erfolgt. Viele Nichtregierungsorganisationen setzen sich dafür ein, dass Zahlungen nach Projekten aufgeschlüsselt werden. Denn nur so könne sichergestellt werden, dass Gelder nachverfolgbar blieben. Die SEC hat dem entsprochen. Nun ist es an der EU, ähnliche Regeln zu verabschieden.

    Unter einem Projekt versteht die US-Börsenaufsicht dabei eine vertragliche Abmachung zwischen Unternehmen und einer Regierungsstelle. Diese Definition schafft Klarheit und Rechtssicherheit. Die in der EU diskutierte Auffassung, Unternehmen sollten Projekte entsprechend interner Prozesse untereinander abgrenzen dürfte für Uneinheitlichkeit und Verwirrung sorgen.

Die Regeln der SEC stehen hier zum Download bereit.

Für weitere Hintergrundinformationen verweisen wir auf unsere Beiträge hier im Blog und auf eine Analyse unserer Kollegen des Revenue Watch Institute.

Freitag, 24. August 2012

Neueste Nachrichten - Kurzüberblick

Beihilfe zur Steuerhinterziehung: NRW will auch die Banken bestrafen (RP)
Die rot-grüne nordrhein-westfälische Landesregierung fordert Strafen für Banken, die bei Steuerhinterziehung ihrer Kunden mithelfen. NRW werde eine Bundesratsinitiative für ein Unternehmensstrafrecht auf den Weg bringen, kündigte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) am Donnerstag in Düsseldorf an.
TJN-Kommentar: Wie wir an anderer Stelle schon argumentiert haben (siehe hier) sind strafrechtliche Konsequenzen für Banken dringend notwendig, um die Steuerhinterziehung in den Griff zu bekommen.

Austausch von Kontodaten: Für Steuersünder wird es noch enger (FTD)
Die Industrieländervereinigung OECD verschärft ihre Regeln. Der Fiskus kommt leichter an Informationen über Steuerhinterzieher im Ausland.
TJN-Kommentar: Zwar scheint diese Interpretation der Gruppenanfragen eine sehr positive Lesart der neuen Rechtslage zu sein, aber wollen wir mal hoffen dass Professor Hechtner Recht behält. Wäre man skeptischer könnte man durchaus fragen, ob allein die Nutzung spezieller Banken oder Konstrukte wie bspw. Lebensversicherungen letztlich von Schweizer Seite als "voraussichtlich erheblich" akzeptiert wird. Es bleibt abzuwarten, ob die Gruppenanfragen tatsächlich beantwortet werden. Im Fall der USA stand die Banklizenz der UBS in den USA auf dem Spiel, das könnte das Einlenken durchaus befördert haben. Alles in Allem ist aber die Einführung der Gruppenanfragen ein Schritt in die richtige Richtung.

Veröffentlichungspflicht von Bilanzen: Kleinunternehmer rebellieren gegen Bundesjustizamt (SZ)
65.000 Euro Jahresumsatz, 25.000 Euro Ordnungsgeld: Das Bundesjustizamt geht hart gegen Firmen vor, die ihre Bilanzen nicht rechtzeitig elektronisch veröffentlichen. Für die Großen ist das kein Problem, die Strafen treffen meist die Kleinen. Die gehen nun auf die Barrikaden.
TJN-Kommentar: Es ist eine gewagte Behauptung, dass durch schlampige oder säumige Offenlegnung weniger Schaden als durch Falschabbiegen entstünde. In Großbritannien bspw. wissen wir, dass mangelnde Compliance im Unternehmensregister Steuervermeidung und -hinterziehung in großem Stil ermöglicht (siehe Studie hier).

Finanzbetrug: Deutsche Steuerfahnder treiben über 2 Mrd. Euro ein (FTD)
Schwere Zeiten für Finanzbetrüger und Hinterzieher: Rund 35.600 Fälle haben Steuerfahnder im vergangenen Jahr abgeschlossen - was dem Fiskus Milliarden einbringt. Das meiste Geld kommt aus aufgedecktem Umsatzsteuerbetrug.

Die lukrative Kundschaft der HSBC (Freitag)
Syrian Connection Wenn es um Vermögensverwaltung ging, wandten sich arabische Despoten und ihr innerer Kreis gerne an den Bankenkonzern HSBC. Syrien stellt offenbar keine Ausnahme dar. Das legt nun ein us-amerikanischer Senatsbericht1 nahe. Über Jahre hinweg verwaltete die HSBC Genf einen Trust auf den Cayman Islands für die heute unter EU-Sanktionen2 stehende Familie Makhlouf. Begünstigter des Trusts war der Oligarch Rami Makhlouf3, Cousin von Präsident Baschar al-Assad. Er gilt als reichster Mann Syriens, als zentrale Schaltstelle staatlicher Korruption – und als Finanzier des Regimes4, das mit seiner Familie eng verknüpft ist.

SPD-Haushälter: „Ankauf von Steuer-CDs höchstrichterlich abgesichert“ (Handelsblatt)
Die Schweiz ärgert sich über einige „kriminelle“ Bundesländer, weil sie Steuer-CDs kaufen. Den Vorwurf lässt die SPD nicht auf sich sitzen. Sie keilt zurück und erklärt das Abkommen mit den Eidgenossen für gescheitert.

Ermittlungen: Steuerfahnder verfolgen Spur nach Asien (FTD)
Fahnder wollen auf der jüngsten Steuer-CD Belege dafür gefunden haben, dass deutsches Schwarzgeld von der Schweiz nach Fernost gebracht wird. Banken sollen ihren Kunden dabei helfen, die Millionen in Sicherheit zu bringen.

Singapur kämpft gegen Image als Steuer-Oase (Welt)
Singapur wird seit langem immer wieder als Finanzoase genannt, wo sich womöglich unversteuerte Gelder sicher parken lassen. Allerdings ist der kleine asiatische Stadtstaat seit einiger Zeit dabei, seine Finanzregeln zu verschärfen.

Schwarzgeld in der Schweiz: Steuerabkommen vor dem Aus (SZ)
Die SPD rebelliert gegen das geplante Steuerabkommen mit der Schweiz. Der Vertrag über straffreie Nachversteuerung sei "so gut wie tot".

Steuer-CDs: Schweiz legt sich mit Spanien an (FTD)
Bern will die Auslieferung des angeblichen Datendiebs Hervé Falciani aus Spanien erzwingen. Denn dessen Steuer-CDs lösten in Europa eine Welle von Verfahren aus.

Steueraffäre: Schweizer Banken verraten Mitarbeiterdaten an die USA (Handelsblatt)
Schweizer Banken ringen in den USA mit Steuerskandalen. Nun geben die Institute die Namen von Tausenden ihrer Mitarbeiter an die Behörden weiter. Die Banken hoffen auf Milde – und werfen ihre eigenen Leute zum Fraß vor.

Schwarzgeld: Piraten zeigen NRW-Finanzminister wegen Kauf von Steuer-CD an (manager-magazin)
Im Streit um den Ankauf von Steuer-CDs hat die Piraten-Partei nun NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans angezeigt. Nach Ansicht der Piraten gebe es keine gesetzliche Grundlage für den legalen Ankauf der CDs. Auch Außenminister Westerwelle hält es für fragwürdig, "Diebesgut" aufzukaufen.

Cayman Islands: Aufruhr im Steuerparadies (Handelsblatt)
Selbst die Caymans leiden unter der Finanzkrise. Deshalb wollte die karibische Steueroase eine Einkommensteuer für Ausländer einführen. Der Protest fiel so heftig aus, dass der Premier schließlich einknickte.

Donnerstag, 23. August 2012

USA's Riesenschritt in Richtung Rohstofftransparenz - Deutschland zunehmend isoliert

Gestern hat die US-Börsenaufsicht SEC seit über einem Jahr ausstehende Durchführungsbestimmungen des Dodd-Frank-Gesetzes veröffentlicht (siehe hier). Die neuen Bestimmungen beziehen sich auf die Transparenzanforderungen von Rohstoffkonzernen und haben somit für einen Großteil der ärmsten Bevölkerung unseres Planeten eine große Bedeutung (Hintergrund siehe hier). Die neuen Bestimmungen sind ein großer Fortschritt, nicht zuletzt weil die Offenlegungspflicht auf Projektebene, und nicht nur auf Länderebene, festgelegt wurde (wenngleich die Definition des "Projekts" noch offen ist). Außerdem erlaubt das Gesetz Konzernen keine Ausnahmen von der Offenlegungspflicht nur weil die Regierung eines rohstoffreichen Landes dies nicht wünscht bzw. verbietet. Bedauerlich ist hingegen, dass es eine Übergangsfrist von zwei Jahren gibt, in der Konzerne den Ursprung ihrer Rohstoffe schlicht mit "unbestimmbar" weiterhin verschleiern können.

Umso bedauerlicher hingegen erscheint im Kontrast dazu die Rolle Deutschlands in den Bemühungen um gleichwertige Anforderungen auch für Europäische Rohstoffkonzerne. Deutschland blockiert zur Zeit eine Einigung im EU-Ministerrat weil unsere Regierung ablehnt, die projektweise Offenlegung zu akzeptieren (wir berichteten hier). Diese Haltung scheint der Sorge zu entspringen, dass die Rohstoffversorgung deutscher Konzerne gefährdet ist sollten Schmiergeldzahlungen in Millionenhöhe in Entwicklungsländern systematisch ans Licht gezerrt werden.

Umso skandalöser wird diese Haltung, wenn man sich vor Augen hält, dass sogar die US-Regierung die deutsche Bundesregierung öffentlich für deren Blockade kritisiert hat (siehe hier). Auch der ehemalige BP-Chef John Browne hat die Haltung der Bundesregierung in der Süddeutschen Zeitung vom 21. Mai scharf kritisiert. Ein herausragender Artikel (hier) von Transparency International Deutschland beschreibt überzeugend, wie hinter der deutschen Position Ulrich Grillo, Vorsitzernder des BDI-Ausschusses für Rohstoffpolitik steht.

Bundeskanzlerin Merkel sollte sich nun, da die Vorgaben aus den USA deutlich geworden sind, endlich aus der Umarmung der BDI-Interessen befreien und "den Geringsten unter uns" zu Gerechtigkeit verhelfen.

Freitag, 17. August 2012

Neue DIW-Studie: Vermögensabgaben – ein Beitrag zur Sanierung der Staatsfinanzen in Europa

Stefan Bach vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung hat bereits im Juli eine neue Studie (hier, pdf) über eine Vermögensabgabe als Mittel zur Bekämpfung der Schuldenkrise vorgestellt. Im Aufmacher heißt es:
"Seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 sind die Staatsschulden in fast allen OECD-Ländern deutlich gestiegen. Die Europäische Schuldenkrise hat sich in den letzten Wochen wieder verschärft. Mit Zwangsanleihen und einmaligen Vermögensabgaben könnten Privathaushalte mit hohen Vermögen  und Einkommen zur  Refinanzierung und zum Abbau der Staatsschulden herangezogen werden, ohne dass eine Dämpfung der Konsumnachfrage  zu befürchten wäre. Damit würde auch der gestiegenen Ungleichheit in  der Vermögensverteilung entgegengewirkt. Die Erhebung solcher  Abgaben ist aber nicht einfach, da die  Vermögenswerte ermittelt  sowie Steuerflucht und -hinterziehung unterbunden werden müssen.

Die Schätzung der Aufkommenseffekte solcher Abgaben für die Krisen länder ist mangels Daten nur schwer möglich. Für Deutschland ergeben Simulationsrechnungen des DIW Berlin bei einem persönlichen Freibetrag von 250 000 Euro Ehepaare 500 000 Euro)  eine Bemessungsgrundlage von 92 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Eine Zwangsanleihe oder eine Abgabe in Höhe von  zum  Beispiel zehn Prozent auf diese Bemessungsgrundlage  könnten somit gut neun Prozent des Bruttoinlandsprodukts –  rund  230  Milliarden Euro – mobilisieren. Betroffen wären die reichsten  acht Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Vermutlich lassen sich in den europäischen Krisenländern auf diesem Weg ebenfalls erhebliche Einnahmen erzielen. Damit wäre ein wichtiger Schritt zu einer Konsolidierung der öffentlichen Haushalte  getan, und wachstumsfördernde Reformen würden erleichtert."
Es wird vermutlich noch einige Jahre dauern bis die Einsicht politisch "ausgereift" ist, dass an einem Schuldenschnitt, bzw. an einer Vermögensabgabe zu dessen Finanzierung, kein Weg mehr vorbeiführt. Spannend ist, dass die Studie zwar nur am Rande, aber immerhin von den Schwierigkeiten spricht, die bei der Erfassung und Besteuerung der Vermögenswerte entstehen werden. Steuerflucht und -hinterziehung in der entgrenzten Weltwirtschaften könnten aus den veranschlagten Einnahmen schnell peanuts machen.

Darum ist es aus Sicht von TJN so wesentlich die nächsten Jahre auf ein effektives System der internationalen Kooperation im Steuerbereich hinzuarbeiten, möglichst bevor der Schulden- bzw. der Vermögensschnitt kommt. Wie wir an anderer Stelle argumentiert haben (etwa hier, oder hier jüngst auf Englisch) brauchen wir dafür strikt durchgesetzte Standards zum Beispiel für Bankkonten und für den automatischen Informationsaustausch. In Deutschland hieße das zunächst einmal die innerdeutsche anonyme Abgeltungssteuer durch ein Meldesystem für Kapitalerträge zu ersetzen, wie es in vielen anderen Ländern längst üblich ist (siehe auf Englisch hier, bzw. am Dienstag, 21. August mehr auf dem internationalen Blog von TJN, hier).

Die ganze Studie kann hier heruntergeladen werden, eine Pressemitteilung gibt es hier.
Außerdem hier ein Audio-Interview mit Stefan Bach.

Donnerstag, 16. August 2012

Finanztransaktionssteuer: Eine Schwere Geburt

Es gibt einen neuen pfiffigen Film zur Finanztransaktionssteuer. Die Pressemitteilung dazu von Oxfam gibt es  hier. Film ab!


Donnerstag, 9. August 2012

Neueste Nachrichten - Kurzüberblick

Warum unterstützt Deutschland keine weitreichenden Transparenzvorschriften für die Öl- und Extraktionsindustrie? (TI Deutschland)
Die US-Regierung hat jüngst einen Brief an die deutsche Regierung gesendet in welchem sie die deutsche Regierung drängt die projektweise Offenlegung von Zahlungen endlich zu unterstützen, statt diese nur auf Länderebene zu erlauben.
TJN-Kommentar: Es ist schockierend zu sehen dass die US-Regierung die deutsche Bundesregierung auffordern muss, endlich ihre Blockade gegen dieses Vorhaben aufzugeben (wir berichteten hier). Der Artikel beschreibt überzeugend, wie ein deutsches mittelständisches Unternehmen und dessen Chef zur Zeit die weltweiten Bemühungen zur Bekämpfung von massiver Korruption blockiert. Frau Merkel, das kann wohl nicht ihr letztes Wort sein? Leider nur auf Englisch.

Uno-Konvention: Deutschland blockiert Abkommen gegen Korruption (FTD)
Nur wenige Länder haben das Uno-Abkommen gegen Korruption noch nicht ratifiziert - Deutschland ist eines von ihnen. Konzernchefs fürchten deswegen einen Imageschaden für die deutsche Wirtschaft. Sie fordern den Bundestag auf, schnell zu handeln.

Neuer Kauf von Steuer-CD: NRW schlägt wieder zu - und erwischt die UBS (FTD)
Nordrhein-Westfalen hat wieder zugeschlagen - und diesmal soll es ein richtig "dickes Ding" sein: Auf einer Steuer-CD, die Fahnder aus Wuppertal aufgekauft haben, finden sich Daten der UBS. Damit hat der Steuerstreit mit der Schweiz auch die Großbank erwischt.
TJN-Kommentar: Besonders der Hinweis auf Verbindungen zu Stiftungen, die von deutschen Anlegern zur Hinterziehung verwendet würden, dürfte spannend werden. Denn wie wir wiederholt dargelegt haben (etwa hier), und das Finanzministerium und Steuerfahnder bestätigt haben, enthält das geplante Steuerabkommen mit der Schweiz prominent ein riesiges Schlupfloch für Liechtensteiner Ermessensstiftungen. Anders die geplante Erweiterung der EU-Zinsrichtlinie: diese würde ebendiese Stiftungen erfassen und somit weitaus größere Steuereinnahmen für den Deutschen und andere EU-Staatshaushalte sicherstellen (Details hier).
 
Steuerhinterziehung in der Schweiz: Vertrag bedroht Ermittlungen (taz)
Würde das Abkommen mit der Schweiz ratifiziert, blieben die Hinterzieher von der Steuer-CD straffrei. Trotzdem könnte die Opposition zustimmen.

Hinterziehung: Schweizer Banken umgehen Steuerabkommen (Spiegel)
Die Schweizer Banken sorgen vor, um das geplante Steuerabkommen mit Deutschland zu umgehen - das berichtet ein führender Fahnder im SPIEGEL. Er fordert, weiterhin Steuer-CDs anzukaufen.

Krieg im Steuerdschungel (Sonntagszeitung)
Der Rücktritt eines Chefbeamten in Bern wirft ein Schlaglicht auf die wahren Ursachen des Steuerstreits

Ein Nein wird immer zwingender (taz)
Im Streit um das Steuerabkommen werden die Fronten verworrener. Kommentar von Malte Kreutzfeldt.

Steuerabkommen mit der Schweiz (hr-info)
Steuerstraftäter aus Deutschland, die ihr Geld in die Schweiz gebracht haben, sollen demnächst straffrei ausgehen, wenn sie ihr Geld nachversteuern. Doch das entsprechende Steuerabkommen zwischen den beiden Ländern ist noch nicht rechtsgültig.

32 Billionen Dollar in Steueroasen Studie: Superreiche verstecken immer mehr Geld (Tagesspiegel)
Bis zu 32 Billionen Dollar könnten unentdeckt in Steueroasen verschoben worden sein – auch aus ärmeren Ländern. Das sagt die Organisation Tax Justice Network. Das bedeutet auch, dass die Schere zwischen Armen und Reichen noch weiter klafft als bisher angenommen.

Kapitalflucht: Reiche Elite bunkert Billionen in Steueroasen (NZZ)
Cayman Islands, Jersey, Singapur – in den Offshore-Zentren ist mehr Vermögen angelegt als es bisher den Anschein hatte. Besonders in Schwellen- und Entwicklungsländern ist die Kapitalflucht ausgeprägt. Den Staaten entgehen dadurch Einkommenssteuern in Milliardenhöhe.

Steueroasen nicht nur in Übersee (Deutschlandfunk)
Der Kampf gegen Steueroasen gehört zum politischen Repertoire, nicht erst, seitdem der damalige Finanzminister Peer Steinbrück die Kavallerie gegen die Schweiz reiten lassen wollte. Aber auch hier ist nicht alles zum Besten bestellt, bemängelt das Tax Justice Network.

Milliardenverluste: Das weltweite Netz der Steuerhinterzieher (Handelsblatt)
Billionen Dollar werden jährlich beiseite geschafft, den Staaten entgehen dadurch Einnahmen von rund 189 Milliarden Dollar. Besonders Reiche aus den Schwellenländern sind fleißig im Steuerhinterziehen.

Reichensteuern in Europa: Reiche unter Druck (taz)
Wer mehr Geld hat, soll auch mehr für die Krise bezahlen. In Deutschland könnte eine Vermögensabgabe rund 230 Milliarden Euro einbringen.

Geplante Reichensteuer in Frankreich: "Die füllen jetzt die Kassen anderer Staaten" (SZ)
75 Prozent Spitzensteuersatz sollen Millionäre künftig in Frankreich zahlen, jedenfalls wenn es nach der sozialistischen Regierung geht. Doch der Widerstand gegen die Pläne ist groß - immer mehr Reiche schaffen ihr Geld ins Ausland oder verlassen das Land. Dabei ist nicht einmal sicher, ob die neue Steuer je in Kraft tritt.
TJN-Kommentar: Interessanterweise bleiben jene Menschen, die angeblich in Massen Frankreich verlassen wollen, anonym. Es geht immer nur um die Namenlosen Massen an Gutverdienern. Warum bloß?

Staatsanwälte versus Wirtschaftsbosse: Unerträgliche Arroganz der Manager (SZ)
Die Staatsanwaltschaft klagt einen ehemaligen Konzern-Chef an, der in ein Schmiergeldsystem verwickelt sein soll. Doch der schießt nun zurück - und zeigt die Staatsanwalt an. Nimmt die Justiz Wirtschaftsbosse zu hart ran?

Finanzskandale: Des Teufels Bank (Handelsblatt)

Es gibt Banker, die kein Gesetz von ihrem Treiben abhält. Zinsmanipulationen, Bermuda-Konstruktionen, Geldwäsche - ihre kriminelle Phantasie kennt keine Grenzen. Welche Form der Aufsicht kann ihnen Einhalt gebieten?

Britische Großbank: Standard Chartered in Iran-Geschäfte verwickelt (Handelsblatt)
Ein US-Ableger der britischen Großbank Standard Chartered ist ins Visier der Finanzaufsicht von New York geraten. Der Vorwurf: Die Bank soll illegale Transaktionen im Iran getätigt haben.

Dodd-Frank-Erfinder zur Finanzkrise: "Ich habe noch weniger Vertrauen in den Finanzsektor als früher" (FTD)
Er ist der Mann hinter der größten US-Finanzreform der vergangenen Jahrzehnte. Congressman Barney Frank schuf den nach ihm benannten Act. Im FTD-Interview verteidigt er das Gesetz - und benennt die Fehler von Präsident Barack Obama.

Nach Skandalserie: Kirche verkauft Anteil an News Corp.(FTD)
Die Church of England verkauft ihre Beteiligung am Medienkonzern News Corp. - aus ethischen Gründen. Die Anglikaner wollen nicht mehr Aktionär bei dem skandalgeschüttelten Unternehmen von Milliardär Rupert Murdoch sein.
 
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