Dienstag, 10. September 2013

Viele portugiesische Konzerne verlagern ihre Geschäfte in die Niederlande um Steuern zu sparen

Publikationshinweis

Das krisengeschüttelte Land verliert dringend benötigte Einkünfte 

In einem neuen Bericht kombiniert das Centre for Research on Multinational Corporations (SOMO) Informationen des IWF, der OECD und der Niederländischen Zentralbank und kommt zu dem Schluss, dass die Niederlande den größten Steuersumpf für portugiesische Unetrnehmen darstellt.

Die Finanzkrise hat Portugal extrem hart getroffen. Staatsausgaben wurden wieder und wieder gekürzt, Steuern wurden gleichzeitig erhöht. Vor allem Familienhaushalte und kleinere und mittlere Unternehmen leiden unter den Konsequenzen. Portugiesische multinationale Konzerne hingegen verlagerten seit Beginn der Krise zunehmend größere Anteile ihrer Geschäftsaktivitäten in die Niederlande. Mittlerweile benutzen 19 der 20 größten portugiesischen Multis Briefkastenfirmen in den Niederlanden, um in ihren Heimatländern geringer besteuert zu werden.

Laut SOMOs auf Schätzungen beruhenden Berechnungen schafften portugiesische Firmen in den Jahren 2009 bis 2011 mindestens 2,5 Milliarden Gewinne außer Landes. Der SOMO-Mitarbeiter Rodrigo Fernandez erklärt, dass die internationale Fiskalarchitektur schlichtweg nicht mehr aktuell sei und es in Zeiten der Globalisierung für hyper-mobiles Kapital ein Leichtes sei, Steuern zu vermeiden, während ein Großteil der portugiesischen Bevölkerung unter den Folgen der Krise leide.

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