Donnerstag, 6. Februar 2014

Die seltsame Einigkeit bei der Selbstanzeige


Es ist seltsam wie in der politischen Diskussion um Selbstanzeige (etwa hier, hier, hier oder hier) der Geldbeutel und der Pragmatismus zum Götzen erhoben, ein Argument aber völlig ausgeblendet wird: Ist Steuerhinterziehung vielleicht auch deshalb ein Volkssport geworden, gerade weil es die Selbstanzeige gibt? Denn eines ist klar: Die Welle an Selbstanzeigen hat in den seltensten Fällen etwas mit aufrichtiger Reue zu tun und ist beinahe ausschließlich auf die CD-Ankäufe zurückzuführen. Gäbe es die Selbstanzeige nicht mehr, dann würde nicht zuletzt dadurch ein dramatischer Abschreckungseffekt entstehen. Ansonsten lädt die Politik und Wissenschaft weiterhin auf Sonntagsreden zur Steuerehrlichkeit ein, signalisiert aber augenzwinkernd gleichzeitig, dass Steuerhinterziehung durchaus als Sport anzusehen ist, den man ohne Gefängnis zu riskieren gefahrlos betreiben kann. Das eine passt nicht zum anderen. Man kann nicht Steuerehrlichkeit predigen, sich selbst aber die Selbstanzeige genehmigen.

Heute.de jedenfalls gibt diesem Argument wenigstens ein wenig Raum, in Form von Markus Henn, Koordinator des Deutschen Netzwerks Steuergerechtigkeit. Viel Vergnügen!

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