Donnerstag, 24. April 2014

Konzernlenker überholen deutsche Bundesregierung in punkto Unternehmenstransparenz

Es ist ein offenes Geheimnis, dass auch die neue Rot-Schwarze Bundesregierung die längst überfällige Einführung länderbezogener Berichtspflichten auf EU- und OECD-Ebene blockiert (siehe etwa hier oder hier).

Nun bekommt sie überraschenden Gegenwind: eine Umfrage von PriceWaterhouseCoopers unter 1344 Vorstandsvorsitzenden von Konzernen aus 68 Ländern ergab folgendes Ergebnis. 59% befürworteten, dass multinationale Konzerne verpflichtet werden sollten, ihre Umsätze, Erträge und Steuerzahlungen für jedes Land zu veröffentlichen, in denen sie aktiv sind.
Hierzulande werden alle möglichen Entschuldigungen bemüht, weshalb das nicht machbar, übertrieben, wettbewerbsschädigend usf. sei. Die Grünen forderten ein solches Gesetz immerhin schon 2013.

Woran liegt es, dass die deutsche Regierung nicht auf die Konzerne hört? Spukt der deutsche Wirtschaftsnationalismus und die Ideologie des Steuerwettbewerbs etwa besonders düster in den Köpfen der deutschen Finanzpolitiker und -beamten? Sind international agierende Unternehmenslenker inzwischen eher in der Realität angekommen, dass nur Offenheit und Ehrlichkeit lange währen kann? Mehr Hintergrund zum Thema hier.

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