Dienstag, 13. Mai 2014

Lektürehinweise : Ohne Steuergerechtigkeit verliert Afrikas Bevölkerung


Steuergerechtigkeit auf nationaler und globaler Ebene ist eine essentielle Voraussetzung für eine ausgewogene wirtschaftliche Entwicklung in Subsahara Afrika. Zu diesem Schluss kommen zwei kürzlich veröffentlichte Studien.

Der von Global Financial Integrity verfasste Bericht „Hiding in Plain Sight: Trade Misinvoicing and the Impact of Revenue Loss in Ghana, Kenya, Mozambique, Tanzania, and Uganda: 2002-2011“ untersucht den systematischen Steuerbetrug transnationaler Konzerne durch die falsche Deklaration von internen Verrechnungspreisen.

Den fünf untersuchten Ländern, Ghana, Kenia, Mosambik, Tansania und Uganda sei alleine im Zeitraum zwischen 2002 und 2011 14,39 Milliarden US$ an Steuermitteln verloren gegangen, so die Autoren. Im Falle Ugandas machen die so entgangenen Einnahmen ca. 12,7% der gesamten jährlichen Staatseinnahmen aus, gefolgt von Ghana mit 11%, Mosambik 10,4%, Kenia 8,3% und Tansania 7,4%.

Damit unterstreicht die Studie die Tragweite von gefälschten Verrechnungspreisen als Mittel zur Steuervermeidung und deren gravierenden Einfluss auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklungeines Landes. Zudem analysieren die Autoren die steuerpolitischen Rahmenbedingungen in den untersuchten Ländern und geben schließlich Empfehlungen ab, wie diese betrügerischen Praktiken bekämpft werden können.

Den kompletten Bericht finden Sie hier.
Quelle: http://www.gfintegrity.org/content/view/686/70/




Ein zweiter vom Tax Justice Network – Africa und Christian Aid verfasster Bericht untersucht den Einfluss nationaler Steuersysteme auf Einkommensungleichheit in acht afrikanischen Staaten. Dabei kommt die Studie „Africa rising? Inequalities and the essential role of fair taxation” zu einem eher pessimistischen Ergebnis.

Trotz positiver Wachstumsraten und einiger Erfolge bei der Armutsbekämpfung in den letzten zehn Jahren konnte die Schere zwischen Arm und Reich nicht geschlossen werden. Im Gegenteil, die Ungleichheit habe sogar tendenziell zugenommen. Vom anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung profitiere nur eine kleine Bevölkerungsschicht.

Als eine der Hauptursachen machen die Autoren zu schwache und schlecht gestaltete Steuersysteme aus. Den meisten afrikanischen Staaten fehlen die Kapazitäten, um den massiven illegalen Abfluss von Finanzkapital zu unterbinden. Um dies zu kompensieren, würde von den Regierungen oft der einfachere Weg über eine eher leicht zu implementierende Umsatzsteuer gewählt, die insbesondere ärmere Bevölkerungsschichten treffe. Unternehmen würden dagegen massive Steuererleichterungen gewährt.

Hier gelangen Sie zum kompletten Bericht.
Quelle: http://www.rightingfinance.org/?p=824

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