Montag, 29. Februar 2016

Neueste Nachrichten - Kurzüberblick

Terrorfinanzierung: EZB deutet Abkehr vom 500-Euro-Schein an (SZ) 
EZB-Präsident Mario Draghi hat eine Abkehr von der 500-Euro-Banknote angedeutet. Er will damit Kriminellen die Finanzierung von Straftaten erschweren.
TJN-Kommentar: Es ist schon seltsam, welche Hysterie man in Deutschland damit auslösen kann, dass zwei Reformvorschläge mit Augenmaß - die Abschaffung der 500€ Banknote und eine Barbezahlobergrenze von 5000€ - erwogen werden (die in vielen Teilen der Welt seit Jahren üblich sind). Kein politisch ernzunehmender Vorschlag fordert hingegen die Abschaffung der Bargelds, und doch widmen zich-Zeitungen - und darunter nicht nur Boulevard-Blätter - dieser Behauptung ganze Artikel. Sieht so nicht gezielter Spin aus? Wer steckt hinter solchen abstrusen Verdrehungen? Zum Beispiel das Portal "Volkspetition", das vom FID bzw. Investorverlag betrieben wird und 2012 wegen angeblicher Kursmanipulationen durchsucht wurde.

Sassnitz/Schwerin Baltic 2: Fließen Erlöse ins Steuerparadies Luxemburg? (Ostsee-Zeitung)
Die Eigentümergesellschaft des Windparks sitzt im Herzogtum. Nur jedes zweite Windrad gehört EnBW, der Rest privaten Investoren.

Thomas Pressberger: "Steuerlösung wird zur Überlebensfrage" (Wirtschaftsblatt)
Die EU müsse rascher gegen Steuervermeidung vorgehen, sonst komme eine Lösung für heimische Betriebe zu spät, heißt es aus der Wirtschaftskammer.

Steuervermeidung: Apple leiht sich Milliarden - um Aktien zu kaufen (SZ)
Apple ist einer der reichsten Konzerne der Welt. Trotzdem nimmt das Unternehmen nun einen Kredit auf. Mit dem Geld sollen unter anderem Aktien zurückgekauft werden.

Quellensteuer von Steuerausländern (Deutscher Bundestag)
Wie es um den Einbehalt von Steuern auf Kapitalanlagen von Steuerausländern in Deutschland steht, will die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in einer Kleinen Anfrage (18/7611) von der Bundesregierung erfahren.

Ikea-Steuervermeidung über Lizenzzahlungen unter Beschuss (Standard)
Zahlst du noch, oder optimierst du schon: Über ein komplexes Firmengeflecht soll sich Ikea jedes Jahr hunderte Millionen Euro an Steuern sparen. Davon soll der Konzern auch in Österreich profitieren.

Steuerhinterziehung: Justiz friert Eigentum von Neymar ein (Spiegel)
Haus, Flugzeug, Boot: Neymar muss darauf vorerst verzichten. Brasilianische Behörden haben einen Teil seines Vermögens blockiert. Der Fußballstar soll Steuern hinterzogen haben.

Ex-Mitarbeiter der Deutschen Bank wegen Steuerhinterziehung vor Gericht: „Weil wir gierig sind“ (Business Insider)
Müde und angespannt blicken 22 Gesicher von der Anklagebank. Sieben Beschuldigte sitzen heute hier, flankiert von 15 Verteidigern. Die Nervosität ist ihnen an diesem Montagmorgen ins Gesicht geschrieben.

Schwerreiche Regenten: Afrikas Raubkönige (Spiegel) Hunderte Millionen Afrikaner leben in Armut - dafür verschleudern einige ihrer Staatschefs märchenhafte Vermögen: Viele Machthaber gelten als waschechte Kleptokraten. Hier sind die neun reichsten.

Simbabwe: Afrikanische Behörden finden Leiche in Frachtflugzeug aus München (SZ)An Bord der Maschine sollen sich große Mengen Bargeld befunden haben. Sechs Crewmitglieder wurden festgenommen.
 
Rechtsprechungsänderung zu Steuerschulden bei Steuerhinterziehung durch Erblasser (Juris)
Der BFH hat unter Aufgabe seiner früheren Rechtsprechung entschieden, dass bei der Erbschaftsteuer Steuerschulden, die auf einer Steuerhinterziehung des Erblassers beruhen, nur dann erwerbsmindernd wirken, soweit die hinterzogene Steuer nach dem Erbfall auch tatsächlich festgesetzt wird.

Steuerhinterziehung - Modellbau-Affäre: Strafbefehl gegen Christine Haderthauer (SZ)
Das Amtsgericht Ingolstadt hat der ehemaligen Staatskanzlei-Chefin Christine Haderthauer den Strafbefehl zugestellt. Über die Höhe macht das Gericht keine Angaben. Laut SZ-Informationen soll es sich um 30 Tagessätze handeln - die CSU-Politikerin akzeptierte den Strafbefehl ihrem Anwalt zufolge noch am Abend.

Schweizer Finanzfirmen setzen auf Spielerparadies (20 Minuten)
US-Städte wie Reno machen sich als neue Steueroasen einen Namen. Schweizer Vermögensverwalter zieht es darum vermehrt dorthin.

Warum Ex-Beamte in Portugal keine Steuern zahlen - und Zehntausende sparen (Berliner Kurier)
Steuerschlupfloch begünstigt vor allem Pensionäre. 22.000 Nutznießer bislang. Es geht nur um ein einzelnes Wort im Steuer-Deal.

Karben wird zur Steueroase (Frankfurter Neue Presse)
Gelobtes Land für Unternehmer: Karben hat sich zu einer Steueroase entwickelt. Laut einer Übersicht des Bundes der Steuerzahler müssen Firmen nur in fünf anderen von 46 hessischen Städten mit mehr als 20 000 Einwohnern weniger Gewerbesteuer zahlen.

Deutsche Börse zieht nach London (SZ)
Der geplante Zusammenschluss von Deutscher Börse und dem London Stock Exchange konkretisiert sich. Chef soll der Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter werden. Die neue Groß-Börse soll ihren Sitz in London haben.

Google spart Steuern mit "Double Irish, Dutch Sandwich" (swissinfo)
Google hat nach eigenen Angaben vor zwei Jahren rund 11 Milliarden Euro durch legale Steuerschlupflöcher aus Europa geschleust. Der US-Technologiekonzern transferierte diese Summe über die Niederlande auf die Bermudas, wo für Unternehmen keine Einkommensteuer anfällt.

Von A wie ABN Amro bis W wie WestLB (Bilanz)
Cum-Ex-Geschäfte: BILANZ veröffentlicht exklusiv die gesamte Liste der Wuppertaler Steuerfahndung. Sie bringt mehr als 100 Finanzinstitute in Bedrängnis.

Transparenz: Kammern wollen geheim bleiben (SZ)

Rechnungshöfe dürfen eigentlich die Industrie- und Handelskammern prüfen. Manche wehren sich aber verbissen dagegen.

Steueroasen - sozial ungerecht und illegal? (DW, Made in Germany / Youtube)

Steueroase Deutschland @Markus Lanz Talkshow / Youtube

Mittwoch, 24. Februar 2016

Montag, 22. Februar 2016

TJN-Podcast: Steueroase USA

In our 50th Taxcast edition: which country is the second easiest in the world after Kenya to set up an anonymous shell company? We shine the spotlight on tax haven USA and the lawyers secretly filmed by Global Witness advising a fake corrupt African government Minister. Also: we discuss Google’s tiny tax payment in the UK and how politicians are interfering with the independence of our tax authorities, and the rise of the unnoticed tax haven of Taiwan. Plus more scandal and analysis featuring Eryn Schornick of Global Witness, Clark Gascoigne of the Financial Accountability and Corporate Transparency (FACT) Coalition, John Christensen and Markus Meinzer of the Tax Justice Network, the voices of some (now shamefaced) New York lawyers. Produced and presented by Naomi Fowler for the Tax Justice Network.

Montag, 15. Februar 2016

Neueste Nachrichten - Kurzüberblick

Milliardenschaden: Globales Steuerabkommen bedroht die deutsche Wirtschaft (Welt)
Mit dem globalen Steuerabkommen BEPS wollte Schäuble Steuertrickser wie Apple drankriegen. Doch es zeichnet sich ab: Der deutsche Fiskus verliert bei der Neuverteilung des Steuerkuchens Milliarden.
TJN-Kommentar: Leider übernimmt der Artikel die Mär vom großen Verlierer Deutschland weitgehend ohne sie zu hinterfragen. Nicht zuletzt haben wir in einer Studie vom November 2015 gezeigt, dass Deutschland bei ordentlicher Besteuerung allein der US-Konzerne im Jahr 2012 ca. 7 Mrd. US$ mehr an Steuern hätte einnehmen können (siehe etwa hier und hier). Dadurch würde - um im Bild des Artikels zu bleiben - ein Stück Waffengleichheit auf dem innerdeutschen Markt entstehen und ein hohes Einnnahmeplus erzielt werden. Diese innerdeutschen Marktverzerrungen durch die Bevorzugung internationaler Konzerne übersieht der Artikel leider ebenfalls. Jene, die den Mythos vom Steuerverlierer Deutschlands beschwören, müssen erst einmal transparent vorrechnen, warum der deutsche Fiskus unterm Strich riskiert, mehr als 7 Mrd. zu verlieren bzw. Unternehmen im Ausland mehr als 7 Mrd. zusätzlich bezahlen würden - und wo dies geschieht. Vielleicht könnte man sich ja gleich einiges an Entwicklungshilfe sparen, wenn man im Globalen Süden ordentlich Steuern bezahlen würde? Das freilich ist wiederum in der Ressortlogik des Finanzministeriums bislang unbeachtet. Wann endlich wird in Deutschland Politikkohärenz zur Priorität?

EU-Kommissar verteidigt Pläne zum Kampf gegen Steuerdumping (Salzburger Nachrichten)
EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici hat seine Vorschläge zur Bekämpfung systematischer Steuervermeidung von Konzernen verteidigt. Das Paket sei ein "erster Schritt" gegen Steuerdumping, sagte der Franzose am Dienstag vor dem Europaparlament in Straßburg. Die Kommission müsse schrittweise vorgehen, weil Steuerreformen vom Rat der 28 EU-Staaten nur einstimmig beschlossen werden könnten.

EU-Kommission: Alle Konzerne sollen Steuern und Gewinne offenlegen (Standard)
EU-Kommission: Auswirkungen solcher Maßnahme zum Kampf gegen Steuervermeidung werden geprüft – Ende März erste Ergebnisse.

Steuerminimierung: Wie Deutschland den Konzernen beim Steuerdumping hilft (Berliner Morgenpost)
Die Aufregung über Steuertrickser ist in der Politik groß. Doch Deutschland spielt in der EU eine traurige Rolle bei Schlupflöchern. 

Ausländische Immobilieninvestoren treiben die Preise: Wem Deutschland wirklich gehört (manager-magazin) 
 Immer öfter sind es ausländische Investoren, die nach deutschen Immobilien greifen, um damit von der deutschen Stärke zu profitieren. Und es werden immer mehr, wie eine Erhebung des Immobilien-Spezialisten Savills zeigt.

Automatische Austauschpflicht für Steuerdaten: "Es dürfte sich relativ wenig ändern" (Deutschlandfunk)
Seit Januar 2016 ist der automatische Informationsaustausch für Steuerdaten zwischen 100 Staaten und Überseegebieten in Kraft. Ob damit die Steuermoral steigt? Markus Meinzer vom Tax Justice Network bemängelt zahlreiche Schlupflöcher.

Kein Kavaliersdelikt: Was fällt unter Steuerhinterziehung? (Deutschlandfunk)
Experten schätzen die Einnahmeausfälle durch Steuerhinterziehung auf einen mindestens zweistelligen Milliardenbetrag. Das Thema wird vor allem mit Prominenten in Verbindung gebracht, wie zum Beispiel mit Uli Hoeneß, der ein geheimes Konto in der Schweiz hatte. Steuerhinterziehung hat aber noch andere Facetten.

BGH: Steuerhinterziehung in "großem Ausmaß" einheitlich ab 50.000 Euro (STB-Web)
Nach der Abgabenordnung (AO) ist in besonders schweren Fällen von Steuerhinterziehung eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren vorgesehen. Um einen besonders schweren Fall handelt es sich in der Regel dann, wenn der Täter in großem Ausmaß Steuern verkürzt oder nicht gerechtfertigte Steuervorteile erlangt. Wann aber liegt ein solches "großes Ausmaß" vor?

»Bandenmäßige Steuerhinterziehung«: Mitarbeiter der Deutschen Bank wegen Betrugs beim Handel mit CO2-Emissionsrechten vor Gericht (Junge Welt)
Die Rolle der Deutschen Bank beim millionenschweren Steuerbetrug mit Luftverschmutzungsrechten beschäftigt vom heutigen Montag an das Landgericht Frankfurt. Sieben aktuelle und ehemalige Mitarbeiter des Kreditinstituts müssen sich dann wegen »schwerer bandenmäßiger Steuerhinterziehung« vor der 2. Großen  Wirtschaftsstrafkammer verantworten.

Ermittlungen seit 2012: Was wurde aus dem Steuer-Fall UBS? (Stuttgarter Nachrichten)
Seit 2012 haben sich die Aussichten für Steuersünder verschlechtert. Das Schweizer Steuergeheimnis ist Geschichte, und 2017 kommt international der Datenaustausch.

Die USA sind die «neue Schweiz» (Tagesanzeiger)
Lange hatte Amerika die Schweiz als Steueroase gebrandmarkt. Doch einige US-Staaten verdienen mit Offshorevermögen gutes Geld.

Frankreich: Ein Ex-Minister stolpert über die eigenen Gesetze (Welt)
Als Minister machte Jérôme Cahuzac Jagd auf Steuersünder, jetzt steht er selbst als solcher vor Gericht. Der Vorwurf gegen Frankreichs ehemaligen Haushaltsminister lastet schwer auf der Regierung.

Reform der Erbschaftsteuer: Was vom Erbe übrig bleibt (Spiegel)
Wie hoch darf der Staat eine Erbschaft besteuern? Bis Juni muss die Bundesregierung neue Antworten finden. Theoretisch begründen lässt sich jeder Steuersatz - von null bis 100 Prozent.

Keine Scheine, keine Verbrecher - was gegen Bargeld spricht (SZ)
Ohne Münzen und Scheine ließen sich Kriminalität besser bekämpfen und Finanzkrisen besser lösen.

Anonymität im Internet: Das Dark Web quillt über vor illegalen Angeboten (SZ)
Mehr als die Hälfte aller Tor-Webseiten bietet illegale Dienste an. Das ist das Ergebnis einer Studie von Sicherheitsforschern. Wer mit Tor-Browser oder auf Tor-Diensten surft, bleibt anonym. Die Forscher kritisieren, dass die Betreiber damit Illegalität in Kauf nehmen.

Dienstag, 9. Februar 2016

Petition zu Konzerntransparenz: Auch Konzerne müssen zahlen!

Appell:
An die Europäische Kommission, ihren Präsidenten Jean-Claude Juncker und die Mitgliedsstaaten der EU.
Multinationale Unternehmen verschieben ihre Gewinne in Staaten, in denen die Steuern am niedrigsten sind. Diese skandalösen Buchhaltungstricks kosten uns Milliarden. Das muss aufhören.
Wir fordern als einen ersten Schritt, dass Unternehmen für jedes Land in dem sie tätig sind, veröffentlichen müssen, welche Geschäftstätigkeiten sie ausüben und wie viel Steuern sie zahlen.

Petition:
Petition vom WeMoveEU, Eurodad und dem Netzwerk Steuergerechitgkeit unterschreiben:
http://act.wemove.eu/campaigns/transparenz-im-steuerdunkel

Warum ist das wichtig?

Konzerne nehmen die Infrastruktur, die sie brauchen, halten aber ihren Beitrag zum gemeinsamen Steuertopf möglichst klein. In Steuerschlupflöchern verschwinden jährlich Milliarden. Das ist alles legal und kostet uns Europäer jährlich über 200 Milliarden Euro.
Nach etlichen Skandalen und jahrelangem Druck von unten bereitet die Europäische Kommission nun ein Anti-Steuervermeidungs-Paket vor. Umstritten darin eine Regelung über länderbezogene Berichte über Steuern: So sollen multinationale Konzerne wie Google, E.ON und Fiat ihre Steuerzahlungen zwar offen legen – aber nur den Steuerbehörden gegenüber. So lange es keine öffentliche Kontrolle gibt, wird es auch weiter dunkle Schlupflöcher geben. Wir wollen volle Transparenz. Die Beratung um das Gesetzespaket ist eröffnet. Die erste Runde ist schon am kommenden Freitag. Wir haben jetzt die Chance, uns Gehör zu verschaffen.

Hintergrund

Öffentlich diskutiert werden die Tricks besonders laut seit dem LuxLeaks-Skandal 2014. Damals wurde bekannt, dass Luxemburg für über 350 Unternehmen als Steueroase fungierte. Jetzt musste Belgien zugeben, dass es 35 Firmen erlaubt hat, 700 Millionen Euro Steuern zu vermeiden. Solche Begünstigungen steht nur Unternehmen mit einem verzweigten Netz von internationalen Tochtergesellschaften offen. Sie verschaffen sich gegenüber klein- und mittelständischen Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil und schaden so der Wirtschaft vor Ort.
Die Unternehmen, die sich hier vor ihrer sozialen Verantwortung drücken, profitieren gleichzeitig davon, dass wir unsere Steuern zahlen. Sie finden Straßen, Brücken und Kanälen vor. Sie werben gut ausgebildete Fachkräfte an, für die es Schulen und Universitäten braucht.
Wie funktionieren diese Deals eigentlich? In den Niederlanden sind zum Beispiel die Einnahmen aus Lizenzen steuerfrei. Ein Unternehmen gründet dort eine Gesellschaft, die allen verbundenen Unternehmen Lizenzgebühren in Rechnung stellt. Die Lizenzgebühren senken den Gewinn in den Hochsteuerländern und bleiben in den Niederlanden steuerfrei. Wir wollen, dass die Geschäfte da besteuert werden, wo sie stattfinden. Dazu ist Transparenz absolut notwendig. Nur wenn diese Information öffentlich zur Verfügung stehen, können dunkle Steuer-Deals verhindert werden. Mit einer Regelung auf der Ebene der EU haben wir zum ersten Mal eine Chance, dem Problem grundsätzlich zu begegnen. Als europäische Bürgerbewegung fordern wir diese Europäische Kommission auf, öffentliche länderübergreifende Berichte für Konzernsteuern einzuführen.

Montag, 1. Februar 2016

Neueste Nachrichten - Kurzüberblick

Google, Ikea, Apple und Co.: So will die EU gegen Steuerflucht von Konzernen vorgehen (Berliner Zeitung)
EU-Staaten gehen durch Steuertricks von großen Firmen Schätzungen zufolge mindestens 50 Milliarden Euro an Einnahmen verloren. Dem will die Europäische Union nun ein Ende setzen.

Steuervermeidung: Tim Cook: Kritik an Apples Steuer-Moral ist "politischer Scheiß" (SZ)
Dass Apple in Irland kaum Steuern auf seine Milliarden-Profite zahlen muss ist bereits seit einigen Jahren bekannt - wie sehr die Debatte darüber den Konzernchef offensichtlich ärgert, nicht.

Finanzpolizei ermittelt: Italien fordert von Google Steuernachzahlung von 200 Millionen Euro (FAZ)
Die italienische Finanzpolizei verdächtigt Google offenbar, in größerem Stil Steuern hinterzogen zu haben. Die Behörden fordern Nachzahlungen in Höhe von mehr als 200 Millionen Euro.

Unternehmensbesteuerung: Googles deutsches Steuersparmodell (FAZ)
Von Hamburg auf die Bermudas - Gewinne, die der Internetkonzern mit deutschen Umsätzen erwirtschaftet, landen in der Karibik.
TJN-Kommentar: völlig legal? Hat Google also schon den Rechtsstreit in Italien gewonnen? Wurde in Deutschland schon ein Rechtsstreit geführt? Wenn niemand klagt, kann auch die Legalität einer solchen Konstruktion in Zweifel gezogen werden. Möglichkeiten, deren gesellschaftsrechtliche Konstruktionen anzufechten, scheint es jedenfalls zumindest nach Meinung des Italienischen und des Britischen Fiskus durchaus zu geben.

Made in Germany: Steueroasen - sozial ungerecht und illegal? (Handelsblatt)
Wie kann es dazu kommen, dass Deutschland auf Platz Nummer 8 der beliebtesten Steueroasen der Welt ist? Wir sprechen darüber mit Markus Meinzer von der internationalen Organisation Tax Justice Network. Er sieht Steuerschlupflöcher, Nachlässigkeit und eine zaudernde Finanzaufsicht als Ursache für diese wachsende gesellschaftliche Schieflage in Deutschland.

Steueroase Deutschland? (RBB)
Ist Deutschland eine Oase für Steuerhinterzieher, korrupte Politiker oder Mafiosi? Darüber diskutierten Finanzexperten im Forum, der Podiumsdiskussion von Inforadio. Anja Dobrodinsky über Millionäre, die gern mehr Steuern zahlen möchten, zu wenig Personal in den Finanzämtern und die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich.

Ungerechte Steuern - Wie Europa im Kampf gegen die Steuerflucht versagt (PlusMinus)
Mitten in Wales liegt Crickhowell. Die Beschaulichkeit des Städtchens lässt nicht erahnen, dass sich hier sich eine Steuerrebellion zusammenbraut.

USA als weltgrößte Steueroase: Warum Nevada die neue Schweiz ist (manager-magazin)
Reno, Nevada, ist nicht gerade der Nabel der Weltwirtschaft. Gut, in der Nähe baut die Elektroautoschmiede Tesla an ihrer "Gigafactory" für Batteriezellen. Und von Reno aus finden sich alljährlich die Silicon-Valley-Größen zum verrückten Wüsten-Festival Burning Man ein. Ansonsten: Gut 200.000 Einwohner, ein Spielcasino als größter privater Arbeitgeber.

Verkauf des Potsdamer Platzes: Investor Brookfield zahlt doch Steuern (Tagesspiegel)
Der kanadische Immobilieninvestor Brookfield gewährt einen überraschenden Einblick in seinen Milliarden-Deal am Potsdamer Platz: Anders als vermutet, kann sich das Land Berlin über üppige Steuereinnahmen freuen.

Steuerskandal in Italien: Staatsanwälte nehmen 35 Profi-Klubs ins Visier (Spiegel)
Es geht um Spielertransfers und Steuerhinterziehung in Millionenhöhe: Italienische Ermittler gehen gegen 64 Akteure aus dem Spitzenfußball vor. Darunter sind auch Vereinsbosse aus der Serie A.

Neuer Skandal im italienischen Fußball: Staatsanwälte starten "Operation Abseits" (Spiegel)
Italien droht ein neuer Fußballskandal: Dutzende Vereine sollen mit illegalen Steuersparmodellen den Fiskus betrogen haben. Darin verwickelt sind so gut wie alle Top-Klubs der Serie A.

«Die Politik ist durch Kapitalflucht erpressbar geworden» (SRF)
 Fünf Jahre nach dem Ende der Weltwirtschaftskrise ist klar: Die Superreichen sind die Gewinner des Aufschwungs. Dies zeigt die Studie der NGO Oxfam. Für den Journalisten Harald Schumann liegt das Problem bei Steueroasen und übermächtigen Finanzkonzernen.

Tunesiens Ex-Diktator Ben Ali: Lebensabend mit 1,5 Tonnen Gold (Spiegel)Ben Ali war vor fünf Jahren der erste Autokrat, den das Volk aus dem Amt jagte - es war der Beginn des Arabischen Frühlings. Mit angeblich 1,5 Tonnen Gold floh der Diktator aus Tunesien nach Saudi-Arabien. Was macht er dort eigentlich?

Deutsche Bank : Sie nennen es Sterbehaus (Zeit)
In einem unscheinbaren Gebäude im Frankfurter Westend verbringen die alten, aber nicht unbedingt ehrwürdigen Ex-Vorstände der Deutschen Bank ihre Tage. In der Stille ihrer Büros findet sich die Erklärung für das große Betrügen, mit dem die Bank nun aufräumen will.

Prozess: Deutsche-Bank-Mitarbeiter könnten wegen Steuerhinterziehung ins Gefängnis kommen (SZ)
In keinem Bankenprozess schickte die Justiz bisher einen der Angeklagten ins Gefängnis. Das könnte sich jetzt ändern. In einem Frankfurter Fall wegen Steuerhinterziehung können nur vier von acht Angeklagten auf Bewährung hoffen - wenn sie gestehen.

Neymar wegen Steuerhinterziehung verurteilt (Nachrichten.at)
Beim Prozess in seiner Heimat Brasilien kam er mit 103.000 Euro Strafe davon, in Spanien droht ihm eine viel höhere Geldbuße.

USA: Wie Hase und Igel (SZ)
Erstmals seit Jahren müssen Spitzenverdiener in den Vereinigten Staaten mehr Steuern zahlen - und finden bereits ausgeklügelte Tricks, um das zu umgehen.

USA beenden Streit um Steuerhinterziehung mit Schweizer Banken (Presse.com)
Insgesamt mussten die Schweizer Insitute 1,3 Milliarden Dollar hinblättern um dem Strefrecht zu entkommen. Sie hatten reiche Amerikaner bei der Steuerhinterziehung unterstützt.

Keine leichte Kost (Evangelisches Dekanat an der Dill)
Markus Meinzer war zu Gast beim 11. Neujahres-Empfang der Dekanate und der Diakonie im Schloss Herborn.
 
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