Freitag, 30. September 2011

Anschauungsunterricht in Sachen Steuerhinterziehung

Die Bild-Zeitung hat einen Artikel über die Steuerverhältnisse des verstorbenen "Bier-Barons" Schubert gedruckt, der verdeutlicht, wie man die mögliche Abgeltungssteuer mit der Schweiz leicht umgehen kann. Neben vielen (traurigen) Details der Lebensumstände Schuberts berichtet die Bild dass Schubert über Jahre Steuern hinterzogen habe. Raten Sie einmal wie!

Genau: Liechtensteiner Stiftungen hatten Konten bei Schweizer Banken, wurden aus der Schweiz verwaltet und händigten dem Millionär "Kredite" aus seinem verborgenen Vermögen aus, so dass er sich seine Millionen als Kredite zuspielen und dann ausgeben konnte. Vermutlich konnte er in Deutschland obendrein seine Steuerschuld noch durch etwaige Zinszahlungen bei Rückzahlung der Kredite mindern. Die Bild schreibt:
"Schubert hatte sein Vermögen verteilt: Auf den deutschen Konten lag nur ein geringer Teil seines Vermögens, für die Zinsen zahlte er brav Steuern. Den Rest verwaltete eine Schweizer Firma, die die Millionen über weitere Stationen der Stiftung NWF (Nature and Wildlife Foundation) in Liechtenstein zuschob – und mit Darlehen der NWF soll das Geld dann wieder „sauber“ zu Schubert geflossen sein."
Wir haben in der Analyse des Entwurfs des Abgeltungssteuer-Abkommens mit der Schweiz darauf hingewiesen, dass (neben vielen anderen) dieses Schlupfloch prominent im Vertrag enthalten ist. Die Reaktion der Bundesregierung darauf, dass dieses Schlupfloch ja unbedenklich sei, kann man nun noch stärker infrage stellen als zuvor schon. Übrigens fragt nun Österreich ebenfalls nach einem solchen Sonderabkommen mit der EU. Wen wunderts?

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